Das ist er ja…..!
Total aufgeregt saß ich vor dem Fernseher immer wieder schielend auf das Telefon neben mir. Phillip und ich hatten und einige Tage nicht gesehen, na ja nachdem was ich getan hatte war ich auch nicht gerade zuversichtlich das er wieder kommen würde. Na ja es war halb so schlimm, er war einige Tage nach Frankfurt gefahren um seine Eltern zu besuchen. Er wusste das mit Sam zwar nicht, noch nicht, aber das Alles war eh schon schlimm genug und ich Dummerchen traf mich auch noch weiter mit Sam. Ich konnte nicht anders und anstatt Nein zu sagen sagte ich immer wieder Ja. Wollen wir in die Stadt? JA Sollen wir reiten gehen? JA Wie wäre es mit Samstag Abend? JA
Oh Gott ich steckte wohl wirklich in dieser dummen Situation fest. Aber im Moment war mir das Alles so ziemlich egal, heute sollte es soweit sein. Yurica sollte ihr Fohlen bekommen, mein Fohlen und schon den ganzen Tag saß ich nun hier im Wohnzimmer und starrte hoffnungsvoll auf das Telefon, abwechselnd blickend auf den Fernseher. Ich wollte das der dämliche Klingelton laut aufdröhnte und Jordyn dran war um mir zu sagen, es geht los, aber seit 8 Stunden nichts. Ich hörte nur dauernd diese dummen Sendungen im Ohr, GZSZ oder Doctors Diaries, was ich eigentlich überhaupt nicht leiden konnte und obwohl das Zeug sich schon den ganzen Tag vor meinen Augen abspielte bekam ich von alldem nichts mit. Ich wusste nicht einmal welchen Sender ich überhaupt an schaute. Das war doch auch völlig egal. Luna lag neben mir auf dem Sofa und schnarchte und Melody an meinen Füßen, diese träumte und jaulte ab und zu vor sich hin. Gelangweilt lehnte ich mich zurück in der rechten Hand eine fast leere Chips Tüte. Oh Gott was für eine elend lange Zeit es doch war. mittlerweile war es Abend und draußen stock dunkel. So9 war das eben wenn man auf Tierärzte vertraute und die Natur mal wieder anders wollte wie wir Menschen. Wahrscheinlich würde ich so oder so noch die ganze Nacht hier rumsitzen und auf bessere Zeiten warten. Ich durfte jetzt bloß nicht einschlafen. Doch noch war es nicht Zeit zu schlafen. 21.34 Uhr. Der Abend war noch lang. Das Telefon klingelte. ich stürmte zum Tisch und griff hastig danach. ,, Hallo?", fragte ich hechelnd. ,, Hier ist ihr Eismann…ihr Eismann wird sie wieder am 5.5. 2011 um 18 Uhr besuchen…." Ich seufzte, jetzt bekam ich auch noch Werbung von so einem Dreck. Ich legte auf und plumpste wieder auf das Sofa. Zu ersten Mal schaute ich auf den Fernseher. RTL also. Ich klickte herum und fand einen interessanten Film auf pro sieben. ,, The green Mile" ich liebte diesen Film, auch wenn ich ihn schon zum x- tausendsten Mal anschaute, war es immer noch einer meiner Lieblingsfilme. Also konzentrierte ich mich endlich auf den Film und fraß meine Chips weiter, die schon nach kurzer Zeit, bis auf den letzten krümel leer waren. Na toll.
Es war schon so spät, ich wischte mir die Tränen weg, die der Film bei mir gelöst hatte und schaute auf die Uhr. Halb eins schon. Natürlich wusste ich das der Film ewig ging, aber das kein Telefon geklingelt hatte wunderte mich. Hatte ich es überhört? Ich suchte nicht weiter in meinem Kopf herum, sondern schnappte das Telefon und blickte auf den Display. keine neuen Nachrichten. Ich stöhnte laut, so dass Luna mich schräg anblickte und ihren Kopf auf meine Schenkel legte. ,, Ach meine Süße, bitte lass du mich nicht auch warten, okay? Der Termin steht, also halt dich auch dran!", meinte ich und lächelte. In den Sendern kam um die Zeit wirklich nichts gescheites mehr, Pornowerbungen und Action Filme. Ich knipste VIVA ein, es liefen die Top 70-er. Oh man wann würde mich endlich einer erlösen. nur ein Anruf, ein Ton von dem Telefon das ich eigentlich hasste, aber jetzt wartete ich nur darauf das es endlich ertönte. Take a chance on me von Abba war auf dem 17 Platz. Die 70-er waren schone eine schlimme Zeit, wenn ich mir so die Lieder reinzog, welche Wahl hatte ich auch, musste ich mich daran erinnern wie toll doch das Jahr 2000 war. Neue Lieder. Pop und originelle Mixe. Um 2.30 Uhr fielen mir schon fast die Augen zu und mein Gähnen hallte durch das ganze Haus. Nicht einschlafen, musste ich mir immer wieder sagen und kam schon fast auf die Idee mir Zahnstocher zwischen die Augen zu klemmen. Ich musste wach bleiben, wenn es die ganze Nacht ging. Egal ich blieb wach. Platz eins war We are the champions von Queen, als das Lied spielte dachte ich wirklich im muss sterben. das Lied war schon so ausgekaut, das es fast schon unerträglich war. Ich schloss die Augen und war schon fast weg, als endlich das Telefon klingelte. Jetzt konnte es doch wohl nur Jordyn sein. Wer sonst würde mich nachts um drei Uhr anrufen. Phillip bestimmt nicht, außer er war betrunken irgendwo in einer Bar. Ich nahm verschlafen ab. ,, Mhmm….", murmelte ich und sah schon alles zweimal. Oh man war ich fertig. ,, Aylien? Es geht los……zieh dir was warmes an!", sagte eine Stimme auf der anderen Leitung, welche Jordyn war und fiel zu schnell redete. ,, Was?", sagte ich immer noch nichts wirklich blickend was gerade geschah. ,, Es kommt…..jetzt beeil dich und nicht einschlafen." Immer noch keine Reaktion. ,, Aylien!", schrie sie. Jetzt wurde ich wach und riss die Augen auf. Oh Gott es kommt. Ich zog hektisch die Jacke von der Garderobe und suchte meine Schuhe. ,, Ich komme, ich komme…..", meinte ich verplant und legte auf. Als ich schon beinahe aus der Tür war fiel mir ein. Die Autoschlüssel. ,, Oh man!", sagte ich und huschte zum Auto. Im Eiltempo und rasend auf leeren Straßen ging es dann auf nach Pandora, wo Fabi mich schon am Parkplatz aufgeregt erwartete. Ich stolperte aus dem Auto und knallte hinter mir dir Tür zu. ,, Und?", fragte ich. ,, Was und…es kommt!", sagte sie und zog mich mit sich. Ich rieb mir noch die Augen und stopfte meine Haare mit einem Haargummi zusammen. Niemand wollte wissen wie ich aussah, wie ein Penner, der gerade aus einem Albtraum erwacht war. Wir gingen in eine der Boxen, welche ziemlich groß war. Dort stand Yurica, schnaufend und schwitzend in der Box und lief aufgebracht herum. Ein typisches Anzeichen für die bevorstehende Geburt. es war meine erste Geburt, zumindest bei Pferden. Schon oft hatte ich bei Ziegen, Hasen, Kühen und Hühnern geholfen, aber das war kein Vergleich zu dem was ich gerade erlebte. Ich hatte Wochen zuvor tausende Bücher gelesen über Fohlen und Geburten bei Pferden und so weiter. Jetzt war ich informiert, aber war trotzdem total hilflos, als ich da zwischen Jordyn und Fabi stand. ,, Was passiert jetzt?", fragte ich und starrte auf die Stute. ,, Die Fruchtblase ist schon geplatzt, seit einigen Minuten und jetzt irgendwann kommt dann das Fohlen.", meinte sie. Sie musste es ja wissen, also glaubte ich ihr einfach mal. ,, was wenn es falsch rum liegt? Oder die Beine gekreuzt…oh Gott, oder…." ,, He beruhig dich und mal nicht den Teufel an die Wand, auf den Ultraschallbildern gestern sah alles gut aus. Selbst das Geschlecht steht schon.", sagte Jordyn und stützte sich an die Box. ,, Und? Hengst oder Stute?", fragte ich erwartungsvoll. Ich wollte es wissen und zwar sofort. ,, Sag ich nicht, Fabi du auch nicht!", meinte sie mit eindringlichen Blicken zu ihr rüber. ,, Oh menno, ihr seid doch fies.", sagte ich schmollend und dann regte sich was. Yurica legte sich hin und spannte ihren Bauch, sie presste heftig und schnaubte. Es ging jetzt tatsächlich los. Jordyn und Fabi gingen in die Box und standen nun um Yurica herum. Ich konnte mich nicht bewegen, erstarrte und beobachtet die Zwei nur. Es erschein eine weiße Blase und dann konnte ich sie Vorderbeine sehen, schwarz, schwarz wie die Nacht. Ich grinste. ,, Es kommt!", sagte ich heiter und ging nun auch in die Box. Jordyn fasste beide Beine und zog mit jeder Wehe, die kam ein bisschen. Ich kniete mich zu Yurica hinunter und streichelte ihr über den Hals. Sie schwitzte. ,, Du machst das super. das schaffst du schon!", sagte ich und seufzte. Oh je so eine Geburt war schon ziemlich anstrengend. Viel zu anstrengend das es fast schon beängstigend war und Pferd konnte nicht einmal schreien, also wusste ich nicht einmal so recht wie weh es tat. Ich konnte und auch die Nüstern sehen, so winzig und doch so süß. Ich meine es war die Nase, aber schon jetzt verfiel ich in Glückgefühlen. Sie war hellbraun und verklebt. ,, Uii…..!“, sagte ich und ging von ihr weg zu Jordyn und Fabi die nun endlich die Wahrheit ans Licht brachten. Da war er. So winzig und trotzdem kräftig. Dunkelbraun, fast schwarz und seine Augen blitzten auf, als er sie öffnete und Yurica anschaute. Sie drehte sich sofort zu ihm und begann an ihm zu riechen und ihn zu putzen. Das musste Liebe sein. Ich musste weinen, es war so schön und einfach fantastisch das miterleben zu dürfen. ,, Ein Hengst!“, sagte Fabi. ,, Süß der Kleine nicht?“ Ich nickte nur stumm und strahlte. ,, Du weinst ja…“, meinte Fabi und lächelte mich an, auch Jordyn schaute zu mir und musste grinsen. ,, Es ist einfach so wunderschön…..oh Gott ich bin ja so eine Memme!“, sagte ich und lachte. ,, Und hast du schon einen Namen für ihn?“, fragten beide dann. Ich schüttelte den Kopf. ,, Ehrlich ich weiß gerade nichts…..ich finde ihr solltest das entscheiden!“ ,, Mhmm……Nightwish.“, schlug Jordyn vor. ,, Nein, passt nicht zu ihm. Eher Halshi.“ Jordyn ging ihr sofort entgegen. ,, Nephilim…“, sagte sie und schaute den Kleinen an. ,, Ja Nephilim, das passt zu ihm!“, sagte ich verträumt und beobachtete wie Yurica sich so beherzt um ihn kümmerte. Sie war eine so tolle Mutter. Ich konnte im Moment gar nichts mehr sagen. ,, Los komm wir gehen raus und lassen die Zwei alleine.“, schlug Fabi vor und wir gingen alles samt raus. Nun standen wir an der Box gelehnt und plauderten über Zukunftspläne und anderes. Schon nach einer Stunde versuchte Nephilim aufzustehen. Doch scheiterte immer wieder und landete mich allen Beinen von sich gestreckt im Stroh. Wir alle mussten lachen. So süß einfach nur und doch so voller Temperament. Ich musste nur noch breit grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Das war eine doch noch sehr schöne Nacht und ich freute mich, dass er endlich da war. ,, Der Kleine hat es in sich!“, sagte ich und kicherte, als er endlich stand. Zwar ziemlich unsicher und schwankend durch die Box auf der Suche nach seiner Mutter, aber er stand immerhin. ,, Ziemlich schnell auf den Beinen!“, sagte Jordyn und schaute Fabi und mich an. Schon jetzt suchte er nach Futter. ,, Die Milch findest du nicht bei ihrem Kopf…“, sagte ich und lachte wieder. So kleine Wesen waren einfach nur zu süß und doch so unwissend von dieser großen weiten Welt. Er wusste doch noch gar nicht was so alles auf ihn zukam, wie die Welt da draußen war. ,, Ich finde ihn toll!“, sagte Fabi schwärmend und seufzte. Jordyn bestätigte sie mit einem tiefen Seufzer. ,, Hach was für ein Tag!“, fügte ich hinzu und schaute auf den Kleinen, der das Euter endlich gefunden hatte und nun mit kräftigen Beinen unter Yurica stand und säugte. ,, Ich würde so gerne ewig hier bleiben.“, meinte ich, aber wusste das dies nicht möglich war. ,, Ja schon, aber ich glaube ich kippe gleich um, einfach tot müde und nicht nur ich brauche Ruhe!“, sagte Fabi und deutete auf Nephilim und Yurica. Wir nickten nur und begaben uns auf den Weg nach draußen.
,, Also ihr Zwei, es war einfach nur toll! Ich danke euch soo sehr und oh Gott einfach fantastisch.“, sagte ich und umarmte beide fest. Ich war nur so überglücklich und tot müde zugleich. Beide waren derselben Meinung wie ich und dann ging ich, stieg ins Auto und fuhr los. Auf der Autobahn fielen mir fast die Augen zu, aber ich blieb wach und hielt bis vor meiner Haustür durch. Dann stürmte ich ins Haus auf direktem Weg ins Bett. Ich zog noch die Schuhe aus und fiel auf die weiche Matratze, neben mir Luna die schnaufte und mich anstarrte. ,, Gute Nacht Süße!“, sagte ich und machte mir nicht die Mühe unter die Decke zu schlüpfen. Ich schlief einfach so ein ohne groß über den Tag nachzudenken. Was für ein Tag.

