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Der Brief an Jordyn:




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Moderatoren: Fabienne, Jordyn

Der Brief an Jordyn:

Beitragvon Aylien » Montag 10. Oktober 2011, 16:24

Der Brief an Jordyn:

Es war ein schwerer Morgen, so unerbittlich und kalt und leer. Melody lag neben mir, nicht Philipp. Er war wahrscheinlich wieder einmal weg, oder joggen. In den letzten Tagen tat es das jeden Tag, vielleicht um abzunehmen, oder einfach nur deswegen etwas Luft zu bekommen und auszuatmen. Ich fühlte mich schrecklich, ein enormes Kopfweh weckte mich und ein schlechtes Gewissen dazu. Ich hatte mich gestern mit Jordyn gestritten. Es war dämlich von mir zu glauben, dass wir beide Schuld waren. Nein diesmal war es mein Fehler, mein einziger. Ich wusste nicht einmal was ich sagen sollte, wie ich reagieren sollte, wenn ich sie sehen würde. Dabei war es so dumm gewesen, ich hatte einfach alles richtig stellen sollen und nun fühlte ich mich einfach nur beschi****. Luna und Aimee waren mit Philipp unterwegs, Melody hier. Ich schlüpfte in die bequemen Hausschuhe aus Bunnys und ging nach draußen.
In der Küche erschrak ich als Roskva vor mir stand.
,, Oh Gott…hast du mich erschreckt.", stimmt ich hatte ganz vergessen das ich einen neuen Mitbewohner hatte. Ja genau Roskva, sie war ziemlich lebenslustig und nachdem Gina nun vollkommen ausgezogen war brachte sie wieder Leben in dieses trostlose Häuschen.
,, Sorry. Hast du Hunger? Ich hab Rührei gemacht.", meinte sie und stellet die Pfanne auf die Theke. Ich schüttelte den Kopf.
,, Nicht für ungut, aber ich bin nicht wirklich in der Stimmung. Hab keinen Hunger.", ich merkte selbst das mich die Worte von Jordyn wohl mehr belasteten, als zunächst gedacht. Ich setzte mich hin und sah Roskva beim Essen zu. Sie grinste mich hin und wieder an und war dann wieder im Essen vertieft. Als sie nun endlich fertig war stand ich auf und verschwand für eine Weile im Bad und Schlafzimmer. Ich musste raus, einfach mal wieder Dampf ablassen und reiten gehen.
Ich packte die Reitstiefel, die Schlüssel vom Auto und rief noch ein lautes Ciao durch das Haus.
,, Viel Spaß!", klang es zurück und dann verschwand ich auch schon im Auto und 80 km/h um die Straßenecke.

Nephilim wieherte mir entgegen, als ich in den Stall ging. Es war kalt draußen, ich hatte mich mit Schaal und Handschuhen eingedeckt und begrüßte meinen Hengst sanftmütig. Streichelte ihm über den Hals und band ihn in der Stallgasse an.
,, Na mein kleiner!", er schüttelte sich und hob den Kopf auf und ab. Ich lächelte.
,, Lange nicht gesehen, was?", ich war wirklich nicht lange da gewesen. In den letzten Wochen hatte ich viel um die Ohren, das ich so gut wie gar keine Zeit für meine Pferde hatte. Eigentlich traurig, aber jetzt war ich wieder da und ich schwor das alles anders werden würde. Nephilim war etwas unruhig, kein Wunder bei der langen Schonung. Genau deswegen brauchte ich heute einen Powerausritt, einfach mal Dampf ablassen und den Rest vergessen. Ich fing an ihn zu putzen und war auch schnell damit fertig, weil der Gute sich nicht großartig dreckig gemacht hatte. Zum Glück. Der Sattel war schnell fest auf seinem Rücken und auch das Zaumzeug beschäftigte ihn schon. Ich stieg auf und ritt auch direkt los. Melody war dabei, sie rannte inzwischen vor um einen gewissen Vorsprung zu halten und schon fand ich mich auf der großen Wiese vor Pandora wieder. Doch jeder Reiter wusste das er nicht sofort los galoppieren konnte. Obwohl Nephilim es genau so wollte wie ich, denn er tänzelte herum und ich musste ihm dauernd Schenkelweichen geben, damit er nicht los rannte. Irgendwas lag heute in der Luft, entweder spürte er tatsächlich wie mieß ich drauf war, oder das Wetter machte ihn fit. Ich nahm die Zügel mehr an und an der nächsten Kreuzung ging es den Weg nach links. Ein breiter Pfad, schön weich und rings herum Felder, abgemäht und kahl. Der Herbst schien sich schon wieder zu verabschieden um dem Winter Platz zu machen. Ich trabte am Ende des Weges an und ritt den schmalen Pfad durch den Wald. Es war so still, kein Zwitschern der Vögel im Sommer, kein Blatt das vom Wind getragen wurde. Nichts. Unheimlich, aber das Bellen von Melody machte es nicht ganz so ruhig hier. Sie rannte durch die Laubhügel und freute sich über jedes einzelne Blatt das dort am Boden lag. Ein Blatt das gestorben war. Ich mochte den Herbst nicht, weil man zusehen konnte wie die Natur starb und langsam einschlief. Sie war still und so bewegungslos. Einfach tot. Ich seufzte und setzte zu einem Galopp an, als wir wieder auf den Waldweg kamen. Nephilim raste los, doch ich hielt ihn erstmals zurück.
,, nicht gleich übertreiben mein Großer!", sagte ich und presste die Schenkel noch fester. Ich konnte das Schallen der Hufe hören. Es klapperte und klapperte, immer gleichmäßiger….irgendwann ließ ich die Zügel fallen, setzte mich auf und es konnte los gehen. Nephilim verstand mein Zeichen und sprintete los. Den gesamten, flachen Weg entlang. Ich schloss die Augen, weil der eiskalte Wind sie tränen ließ. Ich schwebte über den Weg und ließ alle hinter mir. Man könnte sogar sagen ich ließ für einen Moment die Welt hinter mir und ritt in eine besser Welt. In den Traum. In meine Phantasie. Die Phantasie eines Lebens das nur in meinem Kopf existierte und dem Hollywood Filmen glich. Aber wie gesagt es war nur ein Traum und ich konnte mich nicht ewig und immer daran fest halten, weil das Leben doch anders war.

Mein Hände waren eiskalt, als ich im Schritt auf Pandora zurück war. das Fliegen war nur von kurzer Dauer gewesen. Die Freiheit verschwunden und ich war zurück. Nephilim schwitzte nicht einmal ansatzweise und wirkte entspannt und vor allem alles andere als ausgepowert. Er war einfach nur zufrieden. Ich sattelte ihn ab und legte trotzdem eine dünne Abschwitz decke drauf. Er drückte sich an mich, wusste genau was ich hatte.
,, Schon blöd gelaufen, nicht wahr? Aber ich glaube das wird wieder……das hoffe ich zumindest.", ich lobte ihn und Nephilim ließ von mir ab und stürzte sich aufs Futter.
,, Ja genau so kenne ich meinen Süßen.", ich lachte und ließ ihn dann zurück. Noch schnell ging ich an den Boxen der Anderen vorbei, begrüßte sie und gab ihnen jeweils ein Leckerli. Bei Mercurio hielt ich inne.
,, Ich weiß morgen bist du dran…versprochen.", flüsterte ich und ging zu meinem Spinnt. Doch der Tag war och nicht zu Ende, mein Gewissen nicht beruhigt. Ich schaute zum Haus von Jordyn und Fabi.
,, Also gut, ich muss einfach irgendwas tun." Ich setzte mich in die Sattelkammer und holte Papier und Stift. Nachdenklich und mit ernster meine fing ich an zu schreiben…..
Liebe Jordyn,
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll mich zu entschuldigen, ich glaube ich muss mein Leben erst einmal sortieren….was ich weiß ist, dass ich das niemals so gemeint hatte was ich sagte. Ich weiß es sehr zu schätzen das du deinem Vater bei dem Training der Pferde hilfst und nebenbei es auch noch schaffst ein anderes Leben zu führen. Ich kenn das…oh ja ich kenne das zu gut und weiß wie schwer es ist sich auf zwei Sachen zu spezialisieren, es geht immer irgendwas schief. immer irgendwas kommt zu kurz. Nur das du es geschafft hast, ich nicht. Ich habe eine Hälfte aufgegeben, weil ich einsehen musste das das hier mein Leben ist. Die Pferde, der Hof und Philipp sind nun der einzige Teil in meinem Leben. ….
Deswegen will ich nicht das du deins aufgibst und ich wollte das wirklich nicht. Es tut mir einfach nur Leid, mehr kann ich gar nicht dazu sagen….
Du sollst wissen das ich es toll finde wie du das hier alles aufgebaut hast, wie du dich trotz allem einsetzt das Pandora bestehen bleibst. lass dich von dummen Worten wie mir von deinem Traum nicht aufhalten. Nur weil ich es nicht geschafft habe, sollst du aufgeben. Klingt vielleicht übertrieben, aber du weißt was ich meine….
….nun ja also das wollte ich einfach sagen, weil ich nicht will das etwas zwischen uns steht, weil ich doch finde das wir uns gut verstanden haben und es weiterhin auch tun sollten.
In Liebe Aylien

Ich faltete den Zettel zusammen und hielt ihn eine Weile in der Hand. Eine Stunde war vergangen, auf meinem Handy 10 Anrufe. Wahrscheinlich Philipp. Ich seufzte und ging zum Spinnt von Jordyn, dort steckte ich ihn in ihrer Reitstiefel und atmete tief ein. Starrte auf das Foto mit ihr und Dean und entfernte mich dann. Es war schwer, doch trotzdem hoffte ich das alles wieder so werden würde wie früher. Fehler passierten alle mal und ich war eben ein Mensch dem es öfter passierte als anderen. So war das und ich stand mitten drin in diesmal Chaos….Ich nahm das Handy in die Hand und wählte Philipps Nummer.
,, Aylien wo bleibst du denn? Ist was passiert?", fragte er hektisch, als er schon nach dem ersten Piepen abnahm.
,, Nein…es ist nichts. ich war nur reiten….", nuschelte ich und starrte auf ein Blatt das vom Baum abfiel, schwebte und letzt endlich auf dem kalten, Beton aufprallte. Ein weiteres Blatt das dem Winter ausgesetzt war, ein weiterer Teil, der Natur der langsam vor sich hinstarb….

(Also, der Bericht ist hauptsächlich Jordyn gewidmet.
Jordyn: Ist alles etwas übertrieben geschrieben, soll einfach nur nochmal sagen das es mir Leid tut ♥)
Aylien
 
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von Anzeige » Montag 10. Oktober 2011, 16:24



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Re: Der Brief an Jordyn:

Beitragvon Jordyn » Montag 10. Oktober 2011, 21:46

Hey Süße!
habe den Brief erhalten und werde ihn im nächsten Bericht einbauen :-) kannst du dann lesen!
ist wieder alles gut, hab dich lieb!

Jordyn
Tu aus das Licht und dann; tu aus das Licht.
Doch hab ich Dein Licht ausgetan,
Nie find ich den Prometheusfunken wieder,
Dein Licht zu zünden.

William Shakespeare - Othello
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