Die Zeit vergeht zu schnell…..
Phillip war seid zwei Tagen wieder zu Hause, er ging an Krücken, hatte jedoch immer noch Bettruhe. Mich störte es nicht weiter, so konnte ich den Wagen fahren und er hatte die Hunde am Hals. Jedoch eine negative Seite hatte die ganze Situation. Ich war sein persönlicher Buttler und selbst Ritchy versklavte er schon. Er war die letzten Tage nicht von seiner Seite gewichen. Sie spielten X-Box. Fußball. Da hatten sich zwei gefunden, da waren Gina und ich uns einer Meinung. Gina war wieder aus dem Krankenhaus entlassen und durfte in nächster zeit auch nicht reiten. Tja so musste ich eben alleine gehen, was meinen Lieblingen bestimmt auch mal wieder gut tat.
Die Pizza duftete durch das ganze Haus. Ich ging vom Zimmer ins Wohnzimmer, wo ich Ritchy und Phillip antraf, völlig fixiert auf den Fernseher. Kurz danach stand Ritchy auf und verschwand in der Küche, tauchte aber wenige Moment später mit zwei Pizzen wieder auf.
,, Und ich?", fragte ich. Die Zwei schauten sich an.
,, Na ja..wir dachten…", stotterte Phillip. Ich überlegte nicht lange und schnappte mir ein Stück von seinem Teller.
,, He aber Jungs, nicht zu laut Gina schläft noch!", meinte ich dann. es war 12 Uhr, eigentlich zu früh für eine Pizza, wenn man bedachte, dass ich erst vor 20 Minuten aufgestanden war. Na ja egal, ich schlüpfte in die Stiefel und zog mir eine Regenjacke drüber, denn es regnete bereits. Wie der Wetterdienst es vorher gesagt hatte. Ich ließ alle Hunde da, aber nur weil ich zu faul war sie später alles samt waschen zu müssen. Irgendwie war der Gedanke fies und ich war überrascht über mich selbst. Also brachte ich es einfach nicht, allein von meinem Gewissen her, übers Herz alle da zu lassen.
,, Aimee…na komm. wir gehen….", rief ich und sie kam angerannt. Mein Gott waren die Welpen groß geworden, fast schon erwachsen und es waren erst 13 Wochen vergangen. Sie sah Luna ähnlich, doch auch Austin war mit ihr fast zu verwechseln. Aimee hüpfte ins Auto und ich stieg ein. Es nieselte nur noch leicht, das hieß dann also, kein Ausritt.
Ich lief zum Stall und hielt in der Rechten das Halfter von Audrey. Sie schaute schon aus der Box als ich die Stallgase entlang lief.
,, Hallo meine Süße!", sagte ich und begrüßte gleich noch Mercurio und Eliana, die links und rechts neben ihr standen. Ich öffnete die Box und führte sie raus Dann band ich sie auch gleich in der Stallgasse an, ich hatte keine Lust nass zu werden und hier war genügend Platz. Ich band sie an und holte den Putzkasten. auf dem Weg dorthin schaute ich noch bei meinem Kleinsten vorbei. Er knabberte an seiner Mama herum und realisierte mich erst spät. Unglaublich wie er gewachsen war. Kräftige Beine und einen unfassbare Ausstrahlung. Bombe.
,, Na du. Vielleicht hab ich noch nachher Zeit für dich. Okay!" Er rieb seine Nase an meinem Arm und drückte sich an mich. Dann lief ich wieder zurück zu Audrey und merkte das es aufgehört hatte zu regnen, da ich aber trotzdem nicht sonderlich Lust hatte auszureiten, beschloss ich auf den Military Platz zu gehen. Schnell Putzen, nix wie den Sattel drauf und hoch aufs Pferd. Aimee wälzte sich noch ein bisschen im Stroh herum, merkte dann aber schließlich das ich weg war und kam wenige Sekunden später um die Ecke gestürmt. Sie war eben ein richtiger Raudi. Ich ging den Trampelpfad zum Military Platz entlang. Bestimmt fünf Minuten waren es bis dahin, und zwischendurch konnte Aimee sich richtig austoben, denn ich hatte nicht vor das sie die ganze Strecke mit rennen sollte. Bei der Bahn gab es ein kleines Häuschen, wo ich sie einsperren konnte. Weiter Verletzte im Haushalt wurden mir dann doch zu krass. Schon bald war ich da und stieg kurz ab, band Audrey an und brachte Aimee in die kleine Hütte. Durch ein großes Fenster konnte sie uns zuschauen. Immerhin. Als ich wieder draußen war, sah ich Aimee schon. Sie lag am Fenster und beobachtet uns. Also stieg ich wieder auf und ging auf die Bahn. Schon von hier sah ich das erste Hindernis, es war ein einfacher Parcours. Wenn ich wöllte könnte ich ja alles umbauen, aber Audrey war Anfänger und das reichte völlig, was sich da sehen konnte.
Also nahm ich die Zügel an und trabte vorerst einmal los. Doch ich hielt sofort wieder an, weil merkte ich hatte was vergessen. Aufwärmen. Zum Glück war gleich nebendran der Dressurplatz. Ich wärmte Audrey also auf. Ein paar Runden Trab und schließlich Galopp. Zirkel, ganze Bahn und andere Figuren. Nachdem ich merkte das sie warm war, was ich an ihren runden Bewegungen spürte trabte ich zurück zum Parcours. So und wieder war ich hier. Ich trabte an und wechselte kurz danach in einen langsamen Galopp. heute sollte es nicht um zeit gehen, eher um die Genauigkeit. Vielleicht auch Spaß, ich wusste es nicht. Audrey sah das erste Hindernis und sprang kurzer Hand drüber. ohne weiteren Probleme ging es weiter. Um eine Kurve und dort folgte gleich ein Zweites. Dann ging es lange geradeaus, durch einen Bach und kurz danach den Berg hoch über einen Baumstamm. Als der Berg geschafft war ging es auch gleich über einen gekreuzten Sprung nach unten. Nicht steil. Ich wurde etwas schneller und folgte dem Weg, bis hin zu einer scharfen links Kurve. Ich stellte Audrey in die Kurve und trieb an. Sie schnaubte, schien aber Spaß zu haben. Wir sprangen über eine hohe Hecke und gleich darauf über noch eine. Dann ging es durch einen engen Pfad, der rings herum von wilden Büschen umwuchert war. Ein kleiner Sprung über einen Stamm und weiter ging es wieder auf einen breiten Weg. Irgendwann sah ich einen Tümpel, vielleicht kniehoch, doch ich täuschte mich. er reichte mir bis zu den Zeh spitzen. Audrey wurde langsamer kämpfte sich jedoch durch das Wasser.
,, Na also, weiter! Super!", lobte ich sie als wir wieder auf festem Boden standen. Ein Regentropfen prasselte auf mein Gesicht und ich realisierte erst jetzt, dass es regnete. Innerhalb weniger Minuten war ich nass. Es waren nur noch wenige Sprünge, vielleicht drei oder vier. also ließ ich die Zügel etwas länger und Audrey legte los. Sie sprang über die nächsten zwei Hindernisse und dann kam noch eine Hecke. Ziemlich hoch. Nicht M, eher S*.
,, Ohje….okay Audrey. es ist noch kein meister vom Himmel gefallen! Du schaffst das.", ermutigte ich eher mich selbst, denn irgendwie war ich mir sicher das sie es schaffen würde. Sie wurde schneller, ich merkte wie sie Kraft aufbaute und dann hob sie ab. die Hecke streifte ihren Bauch, doch sie kam drüber. Geschafft. ich schrie los.
,, Ja..ich wusste es doch! Uhhh…", sagte ich und gab Gas. ein letztes Mal, der letzte Sprung. Und nach wenigen Momenten war der Spaß vorbei und ich parierte durch. Ich lobte sie kräftig und stieg ab. wir waren wieder da. Aimee sah uns und tapste mir ihrer Pfote gegen die Scheibe. Die Kleine war so anhänglich. Ich strahlte und Audrey war kaho, aber immer noch fit irgendwie. ich hatte das Gefühl sie war noch nicht fertig, aber dieser Moment war so schnell vorbei wie er gekommen war. Die Zwei verging eben viel zu schnell. Also befreite ich Aimee und sie sprang auf mich zu.
,, Och ja..hast du gewartet! Fein!", ich wuschelte durch ihr weiches Fell, was auch nass wurde wie Audrey und ich. Ich lief zurück und führte Audrey neben mir her. Jetzt war es so oder so zu spät trocken zu bleiben.
Ich stellte Audrey in den Stall und legte ihr eine leichte Decke drauf, die Nacht würde wieder kalt werden. Dann gab es Futter und nochmal ein dickes Lobleckerlie. Abschied von meinen anderen Pferden und schnell ins warme Auto. Aimee schüttelte sich auf der Fahrt nach Hause und der gesamte Sitz war dreckig. Phillip würde mich umbringen, nur zu gut das er die nächsten Tag das Auto nicht mal anfassen würde…..
