Ein Wunderkind:
Ich saß am Küchentisch und dachte über den Traum nach, den ich heute Nacht hatte. Ein zweiter Hund. Das war doch irgendwie verrückt oder? Wenn man länger darüber nachdachte war es vielleicht doch nicht so abwegig wie gedacht. Melody war so ein verspielter kleiner Welpe und doch konnte ich ihr nicht alles das geben was ein Hund sich vielleicht wünschte. Einen Spielkameraden. Ich stopfte das Toast in meinen Mund. Das Nutella umrahmte nun auch noch meinen Mund und ich seufzte tief. Melody saß neben mir mit einem Ball im Mund. ,, Ach Schatzi, du bist so crazy!“, meinte ich grinsend und kam wieder auf den Gedanken des Spielkameraden zurück. War es doch wenigstens ein Versuch wert. Ich schaute zu Melody runter. ,, Was meinst du? Oh man was rede ich da… ich kann doch keine zwei Hunde haben. Einer ist schon stressig genug. Gel Süße, das war jetzt nicht böse gemeint!“, meinte ich und gab ich ihr ein Stück meines Toasts. Ich raffte mich auf und ging ins Schlafzimmer, durch die Fenster schien jetzt auch die Sonne, die mein Zimmer schon völlig aufgeheizt hatte. Ich schlüpfte in meinen Rollkragenpulli und schnappte mir eine Weste. Es war nicht so kalt aber auch nicht warm draußen. Die Sonne täuschte tierisch. Wieder ging ich in die Küche. Melody saß immer noch da und blickte mich schräg an. ,, Schau nicht so, du weißt ganz genau wie stressig ein Welpe ist. Na ja eigentlich weißt du es ja nicht, aber ich!“ Mein Gewissen zankte sich in dem Moment mit der guten und bösen Seite. Wie ein Rollenspiel, welches endlos weiter ging bis eine Seite gewann. Ich zog mir die Schuhe an und ging zur Tür. ,, Kommst du jetzt mir oder nicht?“, fragte ich in den Raum hinein. Melody blieb erst sitzen. Sie regte sich kein Stück. ,, Okay wir schauen mal mit dem zweiten Hund!“ Ich konnte es nicht glauben. Ich redete mit einem Hund und in dem Moment stand Melody auf und rannte zur Haustür hinaus. Ich blieb fassungslos stehen. Ich machte eine Entscheidung mit der Überredenskunst eines Welpen. So typisch. Aber für mich war die Sache noch nicht geklärt, für Melody jedoch schon. Im Auto gab sie keinen Ton von sich. Irgendwas stimmte hier doch nicht, sie wusste wohl einfach ganz genau was hier abging. ,, Das ist doch schwachsinnig. Melody das geht einfach nicht!“ Plötzlich jaulte sie los. Ich glaubte im falschen Film zu spielen und Melody wäre ein nerviges Baby auf das ich hören musste, weil es sonst petzen ging. ,, Jetzt sei ruhig, ich muss überlegen!“ Sie hörte auf, säuselte aber vor sich her.
Endlich waren wir da. Pandora. Eigentlich hatte ich vor heute Audrey und Mercurio etwas spazieren zu führen. Die Beiden hatten sich wahrscheinlich noch gar nicht kennen gelernt. Ich stieg aus dem Auto und lief vor. Melody watschelte mir hinterher. Ich schnappte mir die Halfter und holte meine beiden Süßen von der Weide. Mercurio schuate ganz angetan zu Audrey, die nur die Nüstern weit auseinander riss und neben mir her lief. Das konnte ja heiter werden. Ich band die Beiden am Putzplatz an und fing an sie zu striegeln. Mercurio war nicht einmal schmutzig, nur etwas staubig, aber das ließ sich ja ganz schnell wieder beheben. Audrey schaute die ganze Zeit zu ihm rüber, manchmal legte sie die Ohren an, aber sie wurde immer lockerer. ,, Audrey was meinst du, sollte ich vielleicht doch…..ach mist verdammt. Das geht’s doch gar nicht!“, fluchte ich und streichelte ihr über den Hals. Melody saß immer noch neben mir und schaute mich mit diesem miesen Hundeblick an. ,, Komm geh jetzt spielen, ich überlege es mir, einverstanden?!“, sagte ich um sie zu beruhigen, aber in dem Moment log ich. Mercurio war fertig und Audrey so gut wie. Ich schnappte mir noch zwei Führketten und ging dann wieder zu meinen Lieblingen. Als ich bei ihnen war standen die Zwei dicht beieinander und starrten sich an. Ich musste lachen. ,, Ihr seid doch echt zwei Gurken!“, sagte ich und kicherte. Dann hörte ich wie jemand kam. Ich drehte mich um und erblickte Lisa mit Elysion am Strick. Elysion war ein wunderschöner Wallach, ich hatte mir damals ernsthaft überlegt ihn zu kaufen, aber ich hatte doch zwei wunderbare Pferde, warum also noch eins. Vielleicht später Mal. ,, Hey Lisa, willkommen erstmal auf dem Hof, ich bin Aylien.“, begrüßte ich sie freundlich. ,, Hallo Aylien!“, meinte sie und band Elysion neben Audrey an. ,, Was machst du?“, fragte ich einfach nach und lehnte mich an Audrey an. Diese beschnupperte Elysion und schnaubte tief. ,, Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht, ich wollte heute etwas lockerer ran gehen, weil ich erst gestern viel mit ihm gemacht habe.“ Da kam mir die Idee. ,, Hast du vielleicht Lust mit mir spazieren zu gehen, ich mach ne kleine Runde mit den Zwei hier.“, fragte ich lächelnd. ,, Ja das ist eine super Idee. Ich muss ihn nur noch schnell putzen.“ ,, Ja klar kein Problem ich kann warten oder dir helfen wenn du willst?“ Sie nickte und ich schnappte mir eine Kardätsche und legte los. Wenige Zeit später waren wir auch schon fertig und legten los. Rechts und Links von mir liefen Audrey und Mercurio im Gleichschritt. Sie waren heute außergewöhnlich gut drauf. Balou, Lisas Hund war auch dabei wie ich erst jetzt bemerkte. Melody und er hatten sich sofort aufeinander gestürzt und rannten nach vorne. Wir gingen über den Wiesenweg, ein kleiner Rundweg, der nur um die 30 Minuten ging. ,, Und hattest du schon vorher mit Pferden zu tun?“, fragte ich schließlich Lisa. ,, Ja ich hatte viel mit Tieren zu tun früher. Und du?“ ,, Ich auch, hatte immer Reitbeteiligungen oder Pflegepferde in der Nachbarschaft und irgendwann hab ich mich dann entschlossen mein eigenes Pferd zu kaufen und wie man sieht auch gleich danach ein zweites.“, sagte ich und lachte. ,, Ja ich habe ja jetzt Elysion und er ist einfach spitze. Er war eine gute Wahl.“ ,, Das kann ich gut verstehen, ich hatte Elysion und Mercurio auf meiner Entscheidungsliste. Aber Mercurio hat gewonnen, er hatte mich einfach mehr überzeugt und ich liebe seine Art. Rennpferd eben. Das liebe ich einfach.“ ,, Ja das ist vollkommen verständlich.“ ,, Außerdem liebe ich Araber. Ich finde das sind einfach so stolze Tiere, zwar echt kompliziert aber einfach genial.“ ,, ich habe mich auch sofort in Elysion verliebt.“, sie lachte und strich Elysion über die Mähne. Audrey lief dicht neben mir und Mercurio wurde immer schneller. Er war heute gut drauf, zu gut für einen lockeren Spaziergang. ,, Siehst du was ich meine.“, sagte ich zu ihr und versuchte Mercurio wieder in einen ruhigen Schritt zu bekommen. Lisa grinste. ,, Araber!“, sagte sie beherzigt. ,, Hola mein Junge, alles wird gut. Heute sind wir mal nicht auf der Rennbahn.“, er wurde etwas langsamer. ,, Du rennst mit ihm?“ ,, Ja ich habe es mal versucht und er war krass. Ich bin vorher noch nie auf einer Rennbahn geritten und das war unglaublich. Vielleicht werde ich auch mal ein Rennen mit ihm reiten. Irgendwann, das war immer mein Traum und er kann ihn mir ermöglichen.“ ,, Das ist echt cool…..ja die Rennbahn ist schon was schönes, aber auch ziemlich gefährlich.“
,, ja ich weiß ich finde Rennen teilweise auch irgendwie krank. Manche sind eben nur aufs gewinnen aus und ich weiß nicht, mal schauen wie das so laufen wird.“ Wir bogen ab in einen Waldweg, der uns zurück zum Hof führen würde. ,, Melody ist ja echt schnuckelig.“, sagte Lisa und schaute Balou und Melody beim jagen durch de Wald zu. ,, Ja sie ist ein kleiner süßer Welpe eben, Balou ist auch ein Australian Shepard oder?“ ,, Ja nur etwas älter. Drei um genau zu sein.“ ,, Ich mag die Rasse irgendwie, aber Labradore sind meine Lieblinge vor allem goldene. Aber habe noch keinen gefunden der mir gefällt.“ Da fiel mir ein eigentlich konnte ich Lisa doch mal nach einer Meinung zu einem zweiten Hund fragen. Ich tat es einfach ohne zu Überlegen. ,, Darf ich dich mal was fragen?“, sie nickte, ,, würdest du dir einen zweiten Hund anschaffen, irgendwann?“ ,, Ich weiß nicht Hunde sind schon ziemlich anstrengend und so, aber wer weiß!“ ,, Melody braucht nämlich glaub ich wirklich einen Kameraden. Ich kann ihr nämlich nicht alles geben und sie 24 Stunden am tag betreuen. Ich habe mir heute ernsthaft überlegt mir einen anzuschaffen.“ ,, Du hast schon Recht aber letztendlich musst du selber wissen ob du dir das noch leisten kannst und ob es überhaupt geht. Auch vom Platz und Stress her. Schlecht wäre es sicher nicht.“ Mir ging ein Licht auf. Lisa hatte Recht und wie sie das hatte. Würde ich das überhaupt schaffen. Vom Geld her wäre das keine Frage und der Platz reicht allemal in diesem riesigen Haus, aber von der Zeit her. ,, Mhmm……ich glaube ich tu es einfach, warum sollte ich es nicht einfach wagen, mit Melody kann auch noch so einiges schief gehen. Risiko eben.“ ,, Ja aber du musst es auch positiv sehen, Hunde sind gute Gesellschaft.“ ,, Ja stimmt vor allem weil ich alleine in diesem riesigen Haus lebe.“ Wir waren da. Alles lief glatt Mercurio und Audrey hatten keine Probleme gemacht. ,, Los wir bringen sie wieder auf die Weide.“, meinte Lisa und ging vor. Ich brachte Audrey zuerst weg. Sie trabte davon und drehte sich auf halbem Weg nochmal um. ,, Ciao Süße!“, rief ich und dann trabte sie zu den Anderen. Mercurio galoppierte sofort los, als ich ihn vom Halfter ließ. Er preschte über die hohen Wiesen und wollte gar nicht mehr aufhören. Ich lachte nur und ging dann zum Hof zurück. Auch Lisa hatte Elysion weg gebracht und wartete am Putzplatz auf mich. ,, Also viel Spaß bei der Wahl mit dem zweiten Hund.“ ,, Ja danke. Vielleicht können wir mal zusammen ausreiten gehen. Wäre cool. Also bis dann!“, sagte ich und dann ging sie auch schon. Meine Entscheidung stand in diesem Moment fest. ,, Also gut Melody auf geht’s. suchen wir dir einen zweiten Spielkameraden.“, sagte ich und irgendwie freute ich mich. Ich nahm Melody an die Leine und lief frohen Mutes zum Tierheim. Ein großes weißes Gebäude. Ich stieg die Treppen hoch und lief durch die Eingangshalle zum Tierheim. Eine nette Frau empfing mich und fragte was denn mein Anliegen wäre. Ich erklärte ihr die Lage und sie führte mich zu den Hunden. Alle bellten und ich hätte am liebsten alle mitgenommen, aber das ging nun auch wieder nicht. ,, Ich dachte mir vielleicht wäre ein Welpe ganz gut, da Melody ja auch erst 10 Monate alt ist.“ Die Frau nickte und führte mich vor einen großen Raum, in dem drei total schnuckelige Welpen rumhüpften. ,, Oh Gott sind die süß! Was meinst du Melody, welchen findest du am tollsten?“ die Frau schmunzelte, das musste auch wirklich komisch aussehen, ich entschied mit meinem Hund. Dann erblickte ich einen süßen Welpen, der in der Ecke saß und mich ansah. ,, Der ist ja süß!“, sagte ich und ging mit Melody zu dem Hund in der Ecke. Er hatte braunes weiches Fell und seine Pfoten waren weiß wie Schnee. Ich streichelte ihm über den Kopf und er schleckte meine Hand. ,, Das ist Luna, eine Sie und ein Australian Shepard.“ Was für ein Zufall, ich schaute Melody an. Sie beschnupperte Luna vorsichtig und sofort setzte sie sich neben sie. ,, ich glaube sie haben ihren Hund gefunden.“, meinte die Frau. ,, Ja das glaube ich auch.“
Ich folgte der Frau und musste ein paar Formulare ausfüllen. ,, Das geht dann alles an Jordyn und Sase, aber sie können ihn auch sofort mit nehmen.“ ,, Darf ich fragen warum Luna hier ist, ich meine sie ist doch noch ein Welpe.“ ,, Die kleine wurde hier geboren. Ihre Mutter wurde hier abgesetzt und hat wenige später drei kleine Welpen zur Welt gebracht, jedoch ist die Mutter bei der Geburt gestorben, weil sie sehr krank war und wenige Zeit später dann auch Lunas Geschwister.“ ,, Oh Gott das ist ja schrecklich.“, meinte ich und musste fast weinen. ,, Ja das war eine schlimme Zeit, später hat sich dann festgestellt das die Beiden anderen eine Krankheit hatten, aber Luna war Kern gesund. Sie ist sozusagen ein kleines Wunderkind.“, sie lächelte.
Die Frau gab mir eine dünne Stoffleine für den Transport und legte mir Luna in den Arm. Sie schleckte mein Gesicht. ,, Du kleines Wunder, jetzt gehörst du mir.“, sagte ich und strahlte. Ich bedankte mich ganz herzlich und ging zum Auto. Ich war völlig perplex. Das war so einfach und jetzt hatte ich einen zweiten Hund. Innerhalb von einem Tag hatte ich mein Leben verändert. Ich setzte Luna ab und nahm sie nach hinten in die Transportbox. Melody kam nach vorne. Ich startete den Motor und fuhr los. Auf der Hälfte der strecke jaulte Luna plötzlich los.
Oh Nein nicht noch ein Hund mit Autoangst. Ich lachte in mich hinein und freute mich auf die folgenden tage mit meinen beiden Welpen.
