Fortsetzung:
Ich stieg auf und ritt los. Luna und Melody folgten mir. Mercurio schien heute nicht so anstrengend zu sein, denn er tänzelte nicht herum. Ich glaubte er wusste was los war? Tiere konnten doch sowas oder nicht? Ich wollte zum Strand, eine lange Runde zum Nachdenken und mir den Tag vertreiben, denn jetzt nach Hause zu gehen würde noch schlimmer werden als sonst. Toten Stille, leere Räume, keine SMS, keine netten Anrufe von ihm. Ich seufzte, es sah stark nach Regen aus. Aber was war schon dabei, im Moment war es mir sogar Recht. Etwas Besseres hatte ich nicht verdient. Trotz dem Ausritt musste ich an Phillip denken, würde er wohl jetzt mir ihr weg sein. Bei ihr zu Hause, möglicherweise im Bett. Ich merkte selber wie absurd diese Gedanken waren. Aber was sollte man schon glauben, damals war ich auch fest davon überzeugt er würde mich lieben und so weiter, doch dann fand man die zwei. Ich war erst im Wald und schon jetzt fing es an zu nieseln. Ich schaute alle zwei Minuten auf mein Handy, aber nichts. Warum wartete ich eigentlich, er würde doch so oder so nicht anrufen. Wer weiß ob er überhaupt nochmal kam. Ich trabte an und jetzt wurde Mercurio schneller. ,, He he langsam, wir sind im zweiten Gang!", sagte ich und klopfte seinen Hals.
Dann konnte ich mich ablenken und musste an Sam denken. Schon irgendwie Zufall das er hier nach Pandora kam, in letzter Zeit häuften sich die Jungs hier immer mehr. Dabei war Reiten doch laut Politikern ein überwiegender Frauensport. Sam. Sam. Sam. Er schwirrte in meinem Kopf. Ich kam meinem Ziel immer näher und dann folgte eine lange Galoppstrecke. Luna und Melody wälzten sich in dreckigen Pfützen, sie waren so schnell groß geworden das ich glaubte sie schon ewig zu haben. Ich trieb ihn an und der Regen, der nun stärker war, peitschte mir ins Gesicht. Es tat etwas weh, aber ich machte weiter. Ich zog es bis zum Ende durch, Mercurio genoss es und konnte sich richtig gehen lassen. Mir kam es so ewig vor, weil ich so in Gedanken verflossen war, dass ich nicht einmal wusste wie weit es noch war. Nicht das regen immer stärker wurde nein jetzt ging auch noch ein kalten ungemütlicher Wind. Ich machte etwas langsamer, denn mittlerweile hatte ich Lund und Melody abgehängt. Völlig außer Atem kamen die Beiden bei mir an. Luna kläffte. ,, Was?", fragte ich und ritt weiter. Schon bald kam eine Kreuzung und ich ging nach links. Ich war da, ich bemerkte, dass die Idee hier her zu kommen gar nicht so eine gute Idee war. Zuletzt war er hier. Er mit mir.
Die Wellen waren hoch und reichten fast bis an die Dünen heran. Eine Welt aus Meer und Wasser. Mercurio sank immer leicht ein und Sand pustete mir ins Gesicht. Eine Möwe kreischte als sie aufschreckte und in die Lüfte dahin flog. Ich galoppierte an und sprang über ein paar Hindernisse, ich wusste ehrlich gesagt nicht warum, aber es befreite mich irgendwie und durch den Regen war es als würde die Welt an mir herunter tropfen. Weit weg. Ich wusste nicht einmal wie weit ich galoppiert war, aber irgendwann hielt Mercurio abrupt an und stellte sich quer. Ich konnte aufs Meer sehen. Regentropfen übersäten die Wasseroberfläche. Irgendwann musste ich doch aufwachen. Ich konnte nicht ewig mir den Kopf über ihn zerreißen. Ich wusste ich hatte einen Fehler gemacht, aber ich dachte nicht an ihn sondern an Sam. Ich merkte gar nicht wie schachsinnig das war, ich kannte ihn vielleicht 5 Minuten und Phillip schon 2 Jahre oder so. Es war ja nicht so das ich mich gerade verleibte, aber da war etwas und ich konnte nicht ganz entziffern was es war. Doch was ich wusste, dass ich ihn besser niemals getroffen hätte dürfen. Eine ganze Weile stand ich nun da im Regen, wusste nicht genau was ich wollte und vor allem wohin? Ich blinzelte, als mir ein Tropfen in die Augen fiel, konnte nicht zwischen Tränen und Tropfen unterscheiden, also beließ ich es dabei. Im Schritt machte ich mich auf den Weg nach Hause. Der Himmel hatte sich stark verdunkelt und der regen wurde stärker, anstatt schwächer. Melody hüpfte immer noch wild herum,, während Luna es sich schwer machte. Ich hätte die Beiden lieber doch zu Hause lassen sollen. Mercurio war nass, er tropfte bereits und selbst die Wege standen unter Wasser. Ich muss mich beeilen, nicht ads es doch noch anfangen würde zu Gewittern. ,, Könnt ihr noch ein letztes Stück?“, fragte ich meine beiden Hund und sie schauten nur schräg. Ich trieb Mercurio ein letztes Mal an und wir rannten wie die Wilden, den ganzen Weg zurück. Ich schaute nicht nach meinen zwei Hunde, denn ich wusste sie würden kommen. Ich schloss die Augen, denn der Regen tat in den Augen weh. Sie brannten wie Male in meinen Augen. Ich ließ mich führen, er wusste schon wo es nach Hause ging. Dann hörte ich ein bellen. Es war Luna. Ich bremste und drehte Mercurio. Sie lag am Boden und jaulte. Ich sprang ab und rannte zu ihr. In der Hoffnung das nichts Schlimmes passiert war. Ihr Herz pochte schnell, sie hechelte wie wild. ,, Oh Gott Luna, es tut mir so leid…..wir sind gleich da, okay?“ Sie war am Ende, ich hatte es übertrieben und in dem Moment fühlte ich mich schrecklich. Ich hatte ein schlechtes Gewissen und war sauer auf mich selbst, einem Tier das ich eigentlich liebte so weh getan zu haben, in dem ich stur genug war einfach nur an mich zu denken. Tierquäler schoss es mir durch den Kopf. Melody stand neben mir und schleckte meine Hand. Ich hob Luna hoch, zum Glück war sie noch ein halber Welpe und noch nicht ganz ausgewachsen, auch vom Gewicht her. Es waren nur noch einige Meter. Ich lief den Rest nach Hause. Mercurio lief neben mir her, er war ungewöhnlich ruhig.
Endlich waren wir da, ich legte Luan ins Auto auf den Beifahrersitz und Melody kam in den Kofferraum. Ich versorgte Mercurio schnell und verabschiedete mich von ihm. ,, Wenn du doch nur wüsstest was ich machen soll? Es tut mir Leid was Ich getan habe, bis morgen mein Großer!“, sagte ich verzweifelt und ging zum Auto.
Ich ging trostlos ins Haus. Luna auf dem Arm und legte sie auf die Couch, eine Ausnahme, aber ich brauchte jemanden zum knuddeln und sie vor allem Ruhe. Melody stürmte sofort zum Wasser und dann in ihren Korb. Es war leerer als sonst. Ich hatte in letzter Zeit so viel Zeit mit ihm verbracht, dass ich gar nicht mehr wusste wie es war ohne ihn zu sein. Es war schlimmer, um das Vielfache. Ich warf das Handy weg, als ich wieder darauf starrte um zu warten, dass er anrief. Abbey hatte es geschafft, sie hatte ihn endlich für sich und ich war nun hier. Fühlte mich schuldig und allein. Selbstzweifel und Gewissensbisse erdrückten mich. Ich legte mich auf die Couch und versuchte zu schlafen, was mir erst nach ein paar Stunden langem Wachliegen gelang. Spät abends wurde ich wach. Es gewitterte und ich hörte wie der Donner durch die Räume knallte. Luna lag immer noch neben mir. Sie schlief. Draußen war es dunkel und von Phillip keine Spur. Verwirrt ging ich zum Fenster. Die Blitze, welche alle 2 Minuten den Garten erhellten, zeigten nicht mehr und nicht weniger als sonst. Erst nach langen umher irren schaute ich auf die Uhr. 3.00 Uhr. Ich wusste er würde nicht mehr kommen, nicht heute, nicht morgen. Vielleicht auch erst in drei Tagen. Meine Augen fielen fast zu aber immer wenn ich sie schloss, blitzten grausame Bilder in meinen Kopf, die mich immer wieder aufschrecken ließen. Warum machte ich mich so kaputt. Nehmen wir an er würde aus meinem Leben verschieden, ich kann mich doch nicht nur an ihn hängen und mich darauf fixieren das er niemals weg geht. Ich konnte das nicht erwarten, aber jetzt in diesem Augenblick ging es mir genauso wie ich es nicht wollte. Ich hing so an ihm, das ich nicht mehr ohne ihn konnte und das war erschreckend. Ich war nicht mehr das Mädchen was ich sein wollte. Die perfekte Freundin war ich nicht. Mittlerweile zweifelte ich daran, dass Phillip mich je verdient hatte. In der Küche nahm ich einen kräftigen Schluck Wasser, dann ging ich wieder ins Bett. Vielleicht würde ich doch noch schlafen können.
Ich hatte mich enttäuscht, am Morgen um 9.00 Uhr wachte ich auf. Ich hatte ziemliches Kopfweh und meine Augenlieder drückten zu. Ich hatte vielleicht gut, unruhige 2 Stunden geschlafen, alle 30 Minuten wachte ich auf und starrte voller Entsetzen auf die Uhr und musste immer wieder feststellen, dass es kein Traum gewesen war. Luna war wieder auf den Beinen, jedoch immer noch schlapp und ausgepowert. Ich kippte Futter in die Näpfe, doch selber essen tat ich nicht. Mir war nicht danach und ich wartete einfach nur noch. Mir war langweilig, was sollte ich machen. Rumsitzen und Nachdenken schien Letzt endlich der einzige Weg zu sein. Ich setzte mich auf den Balkon, die Stühle waren nass, aber heute schien die Sonne und es war warm. Eigentlich wollte ich in den Whirlpool, aber nicht jetzt. Nicht morgens um halb 10. Ich holte mir eine Decke, legte mich auf die Liege und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Dann klingelte es. Ich stürmte zur Tür, in der Hoffnung…nein er war es natürlich nicht. Postbote. Unfreundlich nahm ich die Briefe entgegen und knallte die Tür zu. Mir sollte lieber niemand unter die Augen treten. Ich wagte einen Blick auf mein Handy, welches ich auf dem Boden vorm Fernseher fand. Nichts.
Die Tage vergingen und mit jeder Stunde die ich verbrachte, starb die Hoffnung. Montagmorgen nichts, sah aus wie eine Leiche. Nach 2 Tagen null Schlaf war das verständlich. Am Dienstag war es noch schlimmer. Mittwoch, ehrlich gesagt hatte ich mich schon fast mit meinem Schicksal abgefunden. Ich hatte drei Kilo abgenommen, mir war die Lust am leben vergangen. Dann war es Donnerstag, eigentlich sollte ich vielleicht weg gehen Freunde anrufen und mir die Kante geben, aber ich tat es nicht. Aber es war anders. Sam rief an, ich hatte keine Ahnung woher er meine Nummer hatte. Vielleicht vom Schwarzen Brett oder er hatte in den Akten rumgeschaut. Ich hatte gehoffte er würde mich nie mehr sehen, aber es kam anders. An jenem Abend gingen wir in ein Restaurant. Er lud mich ein, aber obwohl ich ganz und gar nicht in der Stimmung war, brachte er mich an diesem Abend zum Lachen. Ich erzählte ihm von dies und jenem und es war die erste Nacht in der ich gut schlafen konnte. Fast schon eine Woche hatte sich Phillip nicht gemeldet und am Samstagmorgen wachte ich mit einem Albtraum in Gedanken auf. Schweiß gebadet und völlig hilflos saß ich in meinem Bett und schaute in den Raum. Niemand war da und trotzdem spürte ich, dass mich jemand beobachtete. Aber da war definitiv niemand. Ich schlich in Unterwäsche durch das Haus. Dann ein Schock. Im Wohnzimmer entdeckte ich ihn dann. Er stand da und packte ein paar Sachen ein. Seine Sachen. Ich musste mich beherrschen nicht zu weinen, denn jede Frau wusste was das bedeutete. ,, Gehst du?“, schluchzte ich. Er drehte sich ruckartig um. ,, Du bist wach?“ ,, Wie du siehst ja….. was willst du?“ Ich versuchte nicht zu weinen. Eine stille, leise Träne glitt meine Wangen hinunter auf den Boden. ,, Ich habe dir gesagt ich komme.“ ,, Ja aber das war vor einer Woche, verdammte scheiße Phillip. Was hast du gemacht?“, schrie Ich fast schon. Nicht durchdrehen. ,, Es hat sich eben verlängert und ich war bei Abbey.“ ,, Ach ja. Bei Abbey, die perfekte Freundin für zwischendurch oder was?“ Ich konnte es nicht glauben. Neben ihm entdeckte Ich einen Karton. ,, Zum tausendsten Mal sie brauchte meine Hilfe.“ ,, Sie ist ja auch so eine gute Freundin, als hätte sie nicht andere Freunde. Wach doch auf!“, sagte ich und schluckte, „kannst du mir sagen wozu bitte?“ Er seufzte. ,, Was meine Freunde sind darf immer noch ich bestimmen. Oder nicht? Warum willst du das wissen? Vertrauen, kennst du das?“ ,, Fang nicht so an du warst eine ganze Woche weg, ohne Anruf, nicht mal eine SMS. Was soll ich da glauben? Bitte, das ist doch lächerlich…..“ ,, Du bist lächerlich in dem was du gerade tust. Ihre Eltern sind gestorben, okay? Jetzt weißt dus. Ich würde auch zu dir kommen, wenn wir nicht mehr zusammen wären und deine Eltern tot wären. Ich würde dasselbe tun, selbst wenn wir uns nicht mehr kennen würden.“ Ich stutze. Nicht mehr zusammen? Was sollte das denn schon wieder. ,, Wenn wir nicht mehr zusammen sind……“ ,, Du glaubst doch nicht tatsächlich das wir bis ans Ende aller Tag zusammen sind, wenn wir es nicht sogar jetzt schon sind.“ ,, Willst du damit sagen, dass…..nein….nein.“, sagte ich und wichste mir eine Träne weg. ,, Aylien es geht so nicht, okay ich habe nicht gesagt es ist vorbei, aber ich denke darüber nach. Wenn du mir nicht vertrauen kannst, wie soll das funktionieren.“ Ich drehte durch und stützte mich an die Wand. Es ist als würde das heile Zelt über mir zusammen brechen. ,, Wie denn? Du warst eine Woche weg, ohne zu sagen was los ist. Damals hast du mich betrogen und dann Abbey….wie sag mir wie?“ ,, Rede doch nicht von damals, für mich zählt das hier und jetzt!“, sagte er ernst und lauter. Ich hasste es mit ihm zu streiten. ,, Ab und zu solltest du aber auch mal an die Vergangenheit denken. Du kannst nicht immer behaupten alles ist gut, wenn du nur das hier und jetzt betrachtest. Das geht doch nicht. Hör die mal zu!“, sagte ich und ging nun auf ihn zu. Ich wollte ihn nicht verlieren. Ich wollte, dass er mich in den Arm nahm um mir zu sagen, dass alles wieder gut werden würde, aber das tat er nicht. ,, Und wohin willst gehen`“, fragte ich und man verstand mich schon fast nicht mehr. ,, Ich habe nicht gesagt ich will weg hier. Das sind nur Bücher die ich an einen Freund schicken will.“ Ich wirkte erleichtert, dennoch war nichts geklärt. ,, Okay. Ich habe keine Lust dazu mit dir zu streiten. Das ist Schwachsinn was wir hier veranstalten.“ ,, Du hast mir verdammt weh getan Phillip.“, sagte ich und gab nach. ,, Was soll Ich sagen? Versprechen das alles wieder perfekt wird?“ ,, Das wäre mir am liebsten, aber du weißt..“ ,, Ja ich weiß nichts ist perfekt und wir erst Recht nicht. Zählt es nicht einfach das ich dich liebe?“, fraget er dann, ging zu mir und hielt mich an den Händen. ,, Mach das nie wieder, nie nie mehr!“, sagte ich ernst und umarmte ihn. Er drückte mich fest, hielt mich in den Armen und genau in dem Moment schoss mir ein Bild durch den Kopf. Sam…….
