Jeder einzelne Regentropfen…..
Es regnete. Langsam stieg ich aus dem Bett und schlurrte in die Küche. Luna und Melody standen vor der Tür zum Garten. Heute stand viel auf dem Programm. Ich sollte mich mit Jordyn treffen um Luna decken zu lassen. Irgendwie war ich aufgeregt, denn in einigen Wochen würden hier dann kleine Welpen herumdackeln und mich keine Minute mehr schlafen lassen. Zähen geputzt, Haare gekämmt und angezogen ging ich nach draußen. Im Schlepptau Luna, die völlig aufgedreht an mir hoch hopste. ,, Süße, beruhig dich. Du wirst Hunter kennen lernen…oh man das wird großartig!" Ich hüpfte ins Auto, aber irgendwas bedrückte mich an diesem Tag. Phillip und ich hatten uns wieder vertragen, aber seit Tagen hatte ich mich mit Sam getroffen. es war ein Fehler das wusste ich schon vorher, aber ich konnte nicht anders. Ich verstand mich viel zu gut mit ihm um jetzt alles hinzuschmeißen und obwohl ich wusste das ich Phillip liebte, hatte ich das Gefühl zu lügen. Ihn zu betrügen mit jemanden dessen Gefühle ich mir nicht sicher war.
Ich fuhr zu Jordyn und Fabis Haus. Ein riesiges gelbes Haus, nein eher ein Villa. Ich fuhr die elend lange Einfahrt entlang. Ein großer Garten links und rechts. Es war fast wie ein Schloss in dem man Hochzeiten feiern konnte. Ich hupte laut und stieg lachend aus dem Auto. Jordyn stand an der Haustür und grinste. ,, Hey, ich hab sie dabei!", sagte ich strahlend und umarmte sie. ,, Toll, Hunter hat glaube ich gemerkt das jemand kommt, er ist völlig aufgewühlt." Wir gingen rein. Eine gigantische Eingangshalle. Sie führte mich erst einmal herum. ,, Wo ist Fabi?", fragte ich, denn ich konnte niemanden sehen. ,, Sie ist auf einer Pferdeshow." ,, Und das bist du nicht mit?", erstaunt blickte ich sie an. ,, Nein ich hab ja auf dich gewartet.", sagte sie lächelnd und stupste mich an. ,, Ah ja jetzt bin ich Schuld….", ich lachte. Luna rannte durch das Haus auf der Suche nach Hunter. Die Zwei hatten sich vor einigen Wochen schon einmal kennen gelernt und sie verstanden sich prächtig. Hunter kam aus dem Wohnzimmer gerannt und sprang Luna an. Irgendwie war es lustig, ich kam Jordyn besuchen um Luna mit Hunter zu verwickeln. Aber eigentlich konnten wir auch reden. Luan war läufig und das Timing war perfekt. Hunter verzog sich mit ihr in einen Raum. Jordyn und ich grinsten uns an. ,, War ja typisch. Nicht nur Menschen denken an Sex.", sagte ich und setzte mich auf das Sofa in dem großräumigen Wohnzimmer. ,, Tja und jetzt? Willst du was trinken?", fragte sie, ich nickte. ,, Ich kann uns ein Latte machen!" ,, Oh ja das wäre super cool." Einige Minuten später kam sie aus der Küche mit zwei Gläsern in der Hand wieder. ,, So jetzt erzähl mal. Hab gehört du hast Sam kennen gelernt." Ich erstarrte. ,, Woher…" ,, Er hat es mir erzählt und war begeistert….naja auf jeden Fall hat er dich erwähnt. Ihr Zwei seit ja mittlerweile füreinander geschaffen." ,, Sag sowas nicht. Ich weiß nicht was ich machen soll. Phillip….." Ich senkte etwas den Kopf sie sprach genau das an worüber ich eigentlich mir nie Gedanken machen wollte. ,, Mhmm…ja das ist so eine Sache. Ich weiß ja nicht wie du so über Sam denkst, eher Freunde oder…" ,, oder Liebe…..ganz ehrlich ich hab keine Ahnung. Ich weiß nur das ich Phillip liebe und ihn nicht verletzen will. " ,, Du stehst zwischen den Türen!?", ich nickte und nahm einen kräftigen Schluck des Lattes. Er war wunderbar und lecker. ,, Ich glaube ich muss mir da über einiges klar werden. Phillip und ich sind nun schon so lange zusammen, er ist zwar wirklich schwierig, aber trotzdem wunderbar. Sam. Ja Sam, ist so eine Sache. Ich wünschte mir ich wäre ihm nie begegnet. kennst du das wenn du jemanden triffst und glaubst er ist genau wie du." ,, Ja das kenne ich, aber letzte endlich musst du für dich entscheiden was richtig ist oder nicht, weißt du?!" ,, ja klar weiß ich das, aber ich wusste nicht das es so kompliziert wird." Jordyn legte mir die Hand auf die Schulter. ,, Das klingt jetzt vielleicht völlig bescheuert, aber hör auf dien Herz. das klärt sich von ganz alleine. Aber jetzt was ganz anderes. Ich habe die perfekte Stute für dich gefunden. Da dein Fohlen ja erst in ein paar Tagen kommt und der Tierarzt gesagt hat, er ist ein Hengst, dachte ich mir das sie die Richtige für dich ist. Natürlich ist sie ein Araber, zwar nicht für Rennen gedacht, aber sie ist die Liebste die es gibt und wenn du später vielleicht mal züchten möchtest ist sie genau die Richtige." Sofort kam ich auf andere Gedanken. Sie legte mir ein paar Bilder auf den Tisch. Die Stute war fantastisch. Schwarz, mit einem Tick Braun, Elegant und wirklich traumhaft. Mir stockte der Atem. Ihre weiße Blesse machte ihren Kopf noch viel schöner. ,, Wow sie ist toll!" ,, Ja nicht wahr und sie hat eine Körung bekommen. 9,7 Punkte. das ist perfekt für eine Zuchtstute." ,, Aber echt." ,, Sie hat viel Potenzial und ich finde sie passt zu dir. Die Kleine ist zwar ziemlich schüchtern ist aber ein toller Partner wenn sie sich an jemanden gewöhnt hat." ,, Ich will sie haben. Genau das ist das Pferd das ich möchte." Jordyn hatte mich auf andere Gedanken gebracht. So sollte es doch eigentlich sein. ,, Ich glaube ihr werdet ein Traumpaar. Du liebst Araber wirklich." ,, Und wie, du hast genau meinen Geschmack getroffen und ich freue mich auch so unglaublich auf das Fohlen von eurer Stute. ich kann seit Tagen nicht mehr schlafen." ,, Ja ich bin auch aufgeregt, aber ich habe ein gutes Gefühl bei der Sache." Dann tauchten Luan und Hunter auf. Beiden wedelten mit ihren Schwänzen. ,, Na ihr seid auch wieder fertig. Hunter wehe es werden zu viele!", sagte ich lachend. ,, Hunter der Macker!", meinte Jordyn. Wir lachten. ,, Gut dann werde ich dir alles andere zukommen lassen, Papiere und den ganzen Kram. Sie gehört dir." ,, Unglaublich das es immer noch regnet!", stellte ich fest als ich zum Fenster raus blickte. ,, Ja ich hoffe es wird besser." ,, Also ich muss dann auch wieder. danke für alles Jordyn. Wir sehen uns!" ,, Auf jeden Fall und Kopf hoch wegen den Jungs. das wird schon." Sie musste es ja wissen. Ich umarmte sie und dann begleitet sie mich noch zur Tür. ,, Ciao!", rief ich als ich durch den Regen zum Auto rannte. Luan mir hinterher. Im Auto checkte ich mein Handy. SMS. Gleich zwei. Phillip und Sam. Na super, wieder verfiel ich in das deprimierte Gefühl der Wahrheit. Irgendwann musste ich mich entscheiden. Der Regen prasselte auf die Scheibe. Jeder einzelne Regentropfen ließ sich vergleichen mit dem Leid welches ich gerade in mir trug. Sam? Phillip? Beide so wunderbar und trotzdem war ich so verwirrt…..
