Ich ging zur Sattelkammer zurück und holte seinen Springsattel und den Rest der Springausrüstung. Zunächst legte ich meinem Hengst seine grüne Satteldecke auf, gefolgt von seinem Sattel. Ich befestigte seine Springgamaschen und Hufglocken und das Martingal. Dann setzte ich mir meine Kappe auf und trenste Apocalypto. Ich nahm seine Zügel und führte den Belgier zum Springplatz. Es war niemand zu sehen und so beschloss ich, hier zu bleiben. Auf dem Platz gurtete ich nach und stieg auf. Ich klopfte Apocalyptos Hals und ließ ihn losgehen. Zunächst am langen Zügel und alle ganz entspannt. Vorm Springen war es wichtig, dass er richtig gelockert war, deshalb nahm ich mir besonders viel Zeit zum Warmreiten. Im Schritt ging es zunächst am langen Zügel ganze Bahn. Hier und da zwischen ein, zwei Hindernissen hindurch und auch Handwechsel. Dann nahm ich die Zügel ein kleines bisschen auf und trabte an. Ich ließ Apocalypto ganz locker am längeren Zügel traben, bis er schnaubte und zu kauen begann. Dann fasste ich die Zügel kürzer und begann ihn zu stellen. Apocalypto machte sich sofort rund und ich lobte ihn dafür. Ich parierte noch einmal durch und ließ ihn im Schritt noch ein paar Runden auf dem Zirkel gehen, um ihn auf beiden Händen zu stellen. Dann trabte ich an und nahm die erste Trabstanden. Apocalypto machte tolle Bewegungen. Ich lobte ihn und ließ die Zügel länger. Er streckte sich und nahm die weiteren Stangen ohne Probleme. Nun galoppierte ich an. Schön gleichmäßig und in einem sehr ruhigen Galopp ritt ich ihn ganze Bahn, bis er wirklich vollends gelockert und aufgewärmt war. Ich parierte durch und hielt an. Nun öffnete ich seine Zügel(also die Schnalle^^) und zog sie durch die Ringe des Martingals. Ich gurtete erneut nach und trabte an. Im Trab nahm ich noch ein paar Cavalettis, die auf der einen Seite des Platzes aufgestellt waren, bis ich mich an die "richtigen" Sprünge heranwagte. Ich saß aus und galoppierte Apocalypto an. Ich steuerte auf einen kleinen Oxer zu, ging in den leichten Sitz und trieb Apocalypto etwas an. Er setzte ab und flog geradezu über den Oxer. Als wir wieder am Boden waren, klopfte ich seinen Hals und atmete wieder aus. Es war ein total tolles Gefühl, der Moment, wenn das Pferd abspringt, verschlägt einem den Atem. Unbeschreiblich dieses Gefühl beim Springen. Wie fliegen - nur tausendmal schöner! Ich schaute mir die Sprünge genauer an. Es war ein L-Parcours, der wie für uns gemacht schien. Es waren eine zweifache und eine dreifache Kombination, zwei Oxer, eine Mauer, ein Steil und eine Triplebarre(nicht in dieser Reihenfolge). Ich galoppierte einmal durch die Sprünge, um zu schauen, wie viele Sprünge ich zwischen den Hindernissen der Kombinationen hatte. Als ich mir sicher war, ging es los. Zuerst kam ein Oxer, gefolgt von der Mauer und der zweifachen Kombination. Zwischen den Hindernissen der Kombination kamen vier Galoppsprünge. Apocalypto bemühte sich sehr und blieb bis hierhin fehlerfrei. Nun ging es zur Triplebarre, dann zum zweiten Oxer und schließlich zur Dreifachen. Die Triplebarre war absolut kein Problem für ihn, was ich natürlich bemerkenswert fand, schließlich liegt der höchste Punkt hier nicht in der Mitte, sondern am Ende des Hindernisses. Der Oxer war auch super, doch die Kombination war unser Untergang...Ich hielt Apocalypto zu sehr zurück, so dass er zu früh absprang und das erste Hinderniss riss. Das zweite genauso, lediglich der letzte Sprung war fehlerlos. Ich klopfte dennoch seinen Hals und durchritt den Parcours gleich noch einmal, um unsere Fehler wieder auszubügeln. Und bei diesem Durchgang klappte alles ganz wunderbar! ich ließ ihn etwas lockerer und schaffte so den richtigen Absprung vor der Dreifachen. Die Galoppsprünge zwischen den Hindernissesn stimmten diesmal auch und ich war vollends zufrieden mit meinem tollen Belgier! Ich lobte Apocalypto ausgiebig und ließ ihn im Trab die Zügel aus der Hand kauen. Dann parierte ich durch und ritt ihn trocken. Er war ziemlich geschwitzt, was natürlich daran lag, dass er nicht mehr so im Training war. Als er wieder etwas trockener war, steig ich ab und brachte ihn zurück zum Putzplatz, wo ich ihn ordentlich abbürstete. Er bekam seine dunkelgrüne Abschwitzdecke drauf und kam zurück auf die Koppel.
Zurück am Stall brachte ich seine Sachen zurück in meinen Spind und schloss diesen wieder ab. Dann sah ich nach meinen Hunden, die ganz genüsslich in der Sonne lagen und faulenzten. "Rika, Rocko, kommt her!", rief ich meine Ridgebacks und sie bewegten sich sehr widerwillig in meine Richtung.
Aus irgendeinem Grund verschlug es mich dann zu den Verkaufspferden. Ich war super glücklich mit Apocalypto, aber ich spielte schon lange mit dem Gedanken, mir noch ein Pferd anzuschaffen...Bisher konnte ich mich aber nicht entscheiden, doch heute sollte das anders werden. Ich betrat den Stall der Verkaufshengste und schaute sie mir nacheinander an. Argento war eine Augenweide, aber leider zu Dressurlastig. Ich wollte einen Springer. Er musste nich S-Springen gehen und er konnte ruhig dressurmäßig geritten sein, aber der Schwerpunkt sollte im Springen liegen. Und irgendwann, ich schaut fast gar nicht mehr zu den Pferden, sondern nur auf die Schilder, blieb ich vor einer Box stehen, die ein Pferd beherbergte, in das ich mich sofort verliebte. Rhythm of Life, ein tiefschwarzer 9-jähriger Hannoveranerhengst, schaute mich neugierig an, während ich die Informationen, die über ihn gegeben waren, studierte. Als ich dann aufschaute und unsere Blicke sich trafeb, war es um mich geschehen. Ich wusste: Das ist meiner! Ich ließ ihn an mir schnuppern und streichelte sanft seinen Kopf. "Na, da muss ich Fabi und Jordyn mal wieder einen Besuch abstatten.", sagte ich glücklich und machte mich sofort auf zum Büro. Dort angekommen traf ich auf Jordyn und berichtete ihr von meinem Vorhaben. Sie lächelte und versprach ihn schon einmal zu reservieren, bis sie alles mit Fabi geregelt hätte. Glücklich ging ich dann mit meinen Hunden nach Hause und wartete auf Jordyns Anruf, der mir hoffentlich mein zweites Pferd zusichern würde!
