Genüsslich reckte ich mich auf meinem Liegestuhl. Jordyn war mit Marten weg und die Büroarbeit hatte ich am Morgen mithilfe von meinem fast Ehemann Dean schon erledigt. Und jetzt konnte ich einfach mal den Nachmittag hier im Garten verbringen. Mein Blick fiel auf Sam. Der Süsse Herr lag im Schatten und döste. Ich lächelte ihn an. „Ist einfach zu heiss nicht wahr mein Junge?“ Sam hob nur ein Ohr an, zeigte aber nicht mehr Reaktion.. Langsam erhob ich mich. Die Zeit im Garten war ja echt schön und es war sehr still auf dem Hof, doch ein Nachmittag ohne meine Pferde ist ein verlorener! Dean trainierte mit seinen Stuten und so zog auch ich mich um und lief dann rüber zum Stall. Bei dem schönen Wetter waren die Pferde natürlich alle auf den Weiden und so schnappte ich mir nach kurzem überlegen, Crystals Halfter und schlenderte im gemütlichen Tempo zur Stutenweide. Ihr Schneeweisses Fell war schon von weitem zu erkennen und mit einem verträumten Gesichtsausdruck lehnte ich mich an die Koppelstangen und beobachtete meine kleine Traumstute. Crystal graste ruhig neben Jordyn’s Stute Black Raven. Die beiden passten echt zusammen: Das Schwarzweisse Fell von Raven und das Schneeweisse von Crystal hatten einen wunderschönen Kontrast. Ich liess meinen Blick noch weiter auf der Weide herum schweifen und sah im hintersten Teil der Weide meine andere Stute Victoria grasen. Neben ihr im Grass erkannte ich ihr Fohlen. Ich seufzte und betrat die Weide und rief leise nach meiner Stute. Crystals edler Kopf ging in die Höhe und sah mich neugierig an. „Na komm zu mir meine Schöne!“ flüsterte ich leise und beobachtete die Andalusierstute. Da schnaubte sie leise und rieb ihren Kopf an Black Raven ehe sie auf mich zu lief. „Braves Mädchen!“ flüsterte ich zur Begrüssung und strich ihr sanft über ihre Nüstern. Zärtlich stupste sie mich an und mit einem strahlenden Lächeln gab ich ihr eine Karotte. Als sie ihre Leckerei zermalmte halfterte ich sie vorsichtig auf und führte sie dann von der Weide zum Putzplatz
Dort angekommen band ich sie im Schatten an und trat einen Schritt zurück. Ihre Linke Seite war ja noch recht schön anzusehen, nur ein paar gelbe Mistflecken. Ich lief um sie herum. Aber die rechte Seite.. Ich biss mir auf die Lippe. „Du hast mal wohl nur wieder auf einer Seite gelegen was Prinzessin?“ Snow Crystal sah mich nur lieb an und in ihren Augen war ein fragender Ausdruck. Ich seufzte und eilte in die Sattelkammer. Nach einer Weile kam ich mit der Putzbox von ihr wieder raus. „Also nach dem Training mein Engel, wirst du mal ordentlich gebadet!“ sagte ich lächelnd zu ihr und machte mich dann mit der harten Bürste daran die schmutzigen Flecken Best möglich loszuwerden. Links hatte ich es soweit geschafft, aber rechts…“Nee da ist echt nichts zu machen!“ gab ich nach 25 minütiger Arbeit auf. Snow Crystal hatte derweil die Augen geschlossen. Ich sah auf die Uhr. Ich war jetzt schon über einer Stunde dabei meine Stute zu putzen und hatte noch nicht mal Hufe und Mähne geschafft. Ich seufzte und schnappte mir die Mähnenbürste und brüstete die wunderschöne Mähne meiner Stute durch. Das gleiche passierte auch mit dem Schweif und zu guter Letzt kamen noch die Hufe an die Reihe. Als ich endlich fertig war lief ich in die Sattelkammer und holte ihren Springsattel und das Zaumzeug. „So Mädchen kannst aufwachen! Wir gehen arbeiten!“ sagte ich zu ihr als ich sie vorsichtig sattelte. Sie hielt wie immer brav den Kopf still als ich ihr das Zaumzeug über den Kopf streifte und die Trense in ihr Maul schob. Nun schnappte ich mir noch meine Reitweste und die Kappe und führte sie in Springhalle. Draussen war es einfach eindeutig zu heiss zum Trainieren…
In der Springhalle angekommen lief ich mit meiner Prinzessin erst einige Runden an der Bande entlang. Sie schien zu merken, dass sie nun mal wieder springen durfte und warf ein bisschen mit dem Kopf. Da kam Dean herein. „Hey kleines! Dachte mir doch dass du heute hier mit deiner Stute trainieren willst.“ Lächelnd und lässig kam er auf mich zu und fuhr Snow Crystal durch die Mähne und gab mir einen Kuss. Ich wurde natürlich mal wieder rot und wandte den Blick ein bisschen ab. Er lächelte. „Ja ich fand, dass sie mal wieder etwas springen soll, als bin ich hier!“ Er strahlte mich an. „Soll ich dir einen Parcours zusammenstellen? S Klasse springt sie doch oder?“ Ich lächelte ihn dankbar an und nickte. „Ja das wäre echt lieb von dir! Sagen wir 9 Hindernisse und die Höhe so zwischen 135 und 145 cm. Ist das okay für dich?“ Er nickte. „Einen Weitsprung noch mit so einer Breite von 155 cm noch okay?“ Ich nickte und gurtete bei Crystal nach und schwang mich auf ihren Rücken. Sie tänzelte ein bisschen unsicher, aber dass kannte ich ja schon von ihr. Beim Training war sie oft unsicher...“ Ich ordnete meine Zügel und schritt an. Ich beachtete meinen Verlobten, der gerade einen Parcours für uns beide aufstellte gar nicht, sondern konzentrierte mich nur auf meine Stute. Ich ritt enge Wendungen richtete sie vorwärts und rückwärts und gab ihr einfach einige Aufgaben, damit sie ganz und gar bei mir war. Dean hatte mir zuvorkommend, schon einige Cavalettistangen auf den Boden gelegt und so ritt ich nun zum aufwärmen über die Stangen. Crystals Ohren waren aufmerksam gespitzt und sie schritt gut voran. Nun folgte ein kleiner Sprung so etwa 90 cm hoch. Sie nahm ihn ganz galant und schnaubte zufrieden. Ich sah auf.“Was hast du mir den zusammengestellt?“ Dean lächelte und erklärte mir den Parcours. Ich hörte ihm aufmerksam zu und ritt dann mit Crystal zur Startline. „So mein Mädchen. Wir reiten den Parcours einmal durch und dann machen wir noch ein paar einfache Sprünge okay?“ flüsterte ich ihr zu und trieb sie dann in den Galopp auf den Steilsprung zu. Wir nahmen ihn ohne Probleme und nun kam eine elegante Rechtskurve und die Doppel – Kombi aus zwei Oxern stand uns bevor. Den ersten Sprung nahmen wir super, dann zwei Galoppsprünge und über den zweiten. Ich hörte die Stange wackeln doch ich beachtete es nicht und ritt eine schöne Linkskurve auf den langen Weitsprung zu. Fleissig trieb ich sie an und Crystal machte Tempo. Mit einem enormen Satz segelten wir rüber und dann warf sie unruhig den Kopf. Ich nahm sie etwas zurück und gab eine halbe Parade. Sie verlangsamte und wurde ruhiger. Und kam eine Rechtskurve und wir ritten auf die dreier Kombi aus Oxer, Steil, Oxer zu. Diese Kombi machte uns beiden keine Probleme. Nun noch eine Trippelbarre, die Stange wackelte wieder und noch der Abschlussprung von einem Steil. Kaum waren wir rüber liess ich ihr die Zügel lange und sie rannte dem Ziel entgegen. „Super Zeit und nur ein Abwurf Schatz!“ lobte mich Dean und ich strahlte über das ganze Gesicht. Nun kamen noch ein paar einfache Sprünge ehe ich sie trockenritt und mit Dean zusammen zum Putzplatz ging.
„Mein kleiner Engel! DU bist einfach eine Traumstute weisst du das?“ flüsterte ich meiner Schimmelstute leise zu als ich ihr den Sattel abnahm und Trense gegen Halfter austauschte. Sie sah mich lieb an und stupste mich sanft an. Dean war so lieb und versorgte meine Sachen damit ich Snow zum Waschplatz führen konnte. Dort band ich sie an und spritze zuerst sorgfältig ihre Beine ab. Sie tänzelte ein bisschen, blieb aber ruhig und schnaubte. „Schlaues Mädchen“ lobe ich sie und bald darauf war sie ganz nass. Sorgfältig schäumte ich sie ein was ihr wohl ein bisschen zu langweilig war. Denn sie zappelte nervös herum. „Tu jetzt nicht so! Ist doch alles gut¨“ flüsterte ich ihr zu und wusch sie dann ab. Ich schaffte es sogar diese hartnäckigen Flecken rauszubringen. Nun wurde das Wasser mit dem Schweifmesser aus ihrem Fell gezogen. Sie schüttelte sich ausgiebig und ich wurde natürlich nass. „Danke Snow!! Ehrlich ich habe dich auch lieb!!!“ sagte ich erschrocken zu ihr und sprang von ihr weg. Da kam Dean zu mir und lachte laut. „Es ist doch immer das gleiche: Wenn wir unsere Pferde waschen sind wir am Schluss dreckig und die Pferde sauber und am Anfang ist es umgekehrt!“ Ich lächelte ihn an. „Kommst du mit? Ich will mit ihr noch an der Sonne grasen gehen bis sie trocknet!“ Er nickte und nahm meine Hand. Gemeinsam führten wir meinen Engel herum und liessen sie grasen bis ihr Schneeweisses Fell trocken war und in der Sonne glänzte. „ So bringen wir sie rein, dann bekommt sie ihr Futter. Es kommt ein Gewitter auf!“ sagte ich dann zu Dean und wir führte meine kleine wieder in die Box zurück. Dort bekam sie ihre wohlverdiente Portion Futter. „Hast du heute echt gut gemacht meine Kleine!“ lobte ich sie nochmals und ging dann mit Dean zusammen meine anderen Pferde reinholen, wo auch sie ihr Futter bekamen. Zu guter Letz ging ich noch auf den Kontrollgang und schloss alles ab. Dann verwöhnte mich Dean mit einem super feinen essen und einem Abschliessenden DVD Abend. Das Leben konnte einfach schön sein!!!
