Ich ging in die Küche, wo ich Fabi und Dean vorfand. Fabi wollte in den Stall, Dean wollte mitgehen, aber Marten kam ihnen dazwischen. Als Fabi weg war, stellte ich meinen Bruder zur Rede. "So, Dean. Jetzt erzähl mir mal, was genau du hier machst.", fing ich an. Marten schaute zwischen uns hin und her. "Ok, dann bring ich die Zuchtpferde alleine raus...", sagte er und verschwand. "Was meinst du?", fragte Dean, als wir alleine waren. "Dean Jonathon Cena, ich kenne dich mein ganzes Leben und du kommst nicht einfach so hierher, samt deiner Tiere, um mich zu besuchen...und das mit der Wohnung, irgendwie glaube ich dir das nicht." Er schaute zu Boden. Er sah nachdenklich aus und das tat er selten. Nicht, weil er nie nachdachte, sonder weil Dean eher der Typ war, der einfach drauflos lebte, sich aber immer alle Möglichkeiten und Konsequenzen ausmalt. Er ist ein bedachter Mensch, aber man sieht es ihm nicht an, wenn man ihn nicht kennt.
"Um ehrlich zu sein, Jojo...ich wusste nicht, wo ich sonst hinsollte."; gab er etwas bedrückt zu. "Ich musste einfach weg. Ich habe mein ganzes Leben auf unserer Farm verbracht, doch als ich zu Deiner Hochzeit kam, dachte ich...wow, meine kleine Schwester hats geschafft...sich aus dem Nichts ihre eigene Existenz aufgebaut. Und was kann ich vorweisen? Klar würde ich die Farm übernehmen, wenn Dad es wollte, aber was war mit mir? Mit meinen Träumen...?" Ich sah ihn erstaunt an. Damit hatte ich nicht gerechnet. "Aber Dean, das ist doch Unsinn, du hast viel erreicht!" - "Ja, toll Schleifen gewinnen und Landesmeister werden, Rodeochampion...aber nichts Bodenständiges. Ich dachte, ich wäre der Erste von uns, der heiratet, der seinen eigenen Hof hat, eine Familie gründet, aber mein Schwesterherz war schneller.", sagte er mit einem Lächeln. "Ich habe mit Dad gesprochen. Er versteht es, hat gesagt, ich solle gehen, könnte aber jederzeit zurückkommen. Dann war die Frage, wohin?! Ich rief Marten an, erzählte ihm von meinem Vorhaben. Er war es, der sagte "Komm hierher!" und tja, hier bin ich! Ich habe keine Wohnung, da hast du Recht, ich habe lediglich Avalon und Rookie und das wars auch schon..." - "Falsch, du Dummkopf! Du hast auch MICH!", sagte ich energisch. Mein Bruder lachte leise. "Pass auf, wir machen es folgendermaßen. Ich werde mit fabi sprechen, ob du hier wohnen kannst. Wir haben eine Wohnung über dem Gestüt, die allerdings renoviert werden muss. Avalon kannst du hier unterstellen und Rokkie fühlt sich hier bestimmt wohl!" Mein Bruder schaute mich komisch an...war das Stolz? "Meine Güte, Jordyn, du bist echt erwachsen geworden. Danke! Ich nehme das Angebot gern an." Zunächst musste ich schlucken. Mein Bruder nannte mich eigentlich nie bei meinem richtigen Namen, er hatte tausende Spitznamen für mich... Dann aber reagierte ich wieder. "Du musst aber auch was dafür tun! Du bildest unsere Westernpferde aus und wirst, wenn ich mal keine Zeit habe, meinen Westernunterricht übernehmen! Bei dir weiß ich ja, dass du mir nicht reinpfuschst
"Dean, da ist ncoh etwas...was läuft da zwischen dir und Fabi?" Er schaute mich etwas entsetzt an...nein, eigentlich eher verlegen und ertappt...! "Nichts, was sollte sein?" - "Ich bin nicht blind...und wie gesagt, ich kenne dich mein ganzes Leben! Ich habe gesehen, wie du sie ansiehst...schon bei der Hochzeit...und ich sehe, mit was für einem Blick du Jake beäugst..." - "Ich würde mich niemals in eine Beziehung einmischen, Jojo. Das weißt du. Aber ich bin ein Menschenkenner und ich denke, dass Jake nicht der Richtige für Fabi ist..." - "Ach und wer wäre deiner Meinung nach der Richtige für sie??? Du etwa?" - "Das habe ich nicht gesagt. Was willst du von mir hören?" - "Dass du dich nicht einmischt, solange Jake Fabi glücklich macht! Du weißt, was ich von ihm halte, aber Fabi ist meine allerbeste Freundin und ich lasse nicht zu, dass ihr noch einmal jemand so wehtut, haben wir uns verstanden?" Ich sah meinen Bruder eindringlich an. Er mochte Fabi wirklich, das konnte ich ihm ansehen. "HAbe verstanden.", sagte er nach einer Weile. Er ging zum Stall, während ich mich aufmachte, um meine Pferdchen zu beschäftigen. Ich ging zunächst Hunter und Blake holen und schließlich auch zum Stall, wo mich mein Weg zu Alexis führte. Ich hatte heute einen Termin bei Jana, unserer Tierärztin. Vor ein paar wochen hatte ich Alexis decken lassen, von Fabis Quarterhengst El Dorado und heute wollten wir herausfinden, ob sie tragend war.
Jana kam pünktlich und hatte das Ultraschallgerät dabei. Ich hielt meine Stute während sie nun eine mögliche Trächtigkeit überprüfte. Nach nur wenigen Minuten kam das Ergebnis. "Ja, Jordyn, es hat funktioniert! Alexis ist tragend!" Überglücklich streichelte ich meine Stute und brachte sie, mit einer Extraportion Futter, zurück in die Box. "Du kannst sie noch ca. drei Monate reiten, aber nicht so knallhartes Training, ok?" Ich nickte und bedankte mich bei Jana, ehe ich dann ins Büro ging, wo ich Fabi traf. Leicht errötet saß sie am Schreibtisch...diesen Blick kannte ich. "Es ist nichts Jordyn...", sagte sie sofort verteidigend. Ich nickte, dann erzählte ich ihr von Alexis. "Tatsächlich? Das ist ja super!!!" Wir freuten uns beide über unser gemeinsames Fohlen und machten uns wieder an die Arbeit. Pandora lief sehr gut, wir waren beide begeistert, dass sich schon so viele Mitglieder gefunden hatten! nach einiger Zeit beendeten wir unsere Büroarbeit und gingen rüber ins Haus. Blake und Sammy spielten etwas im Garten, während Hunter auf der Terrasse vor sich hin döste. "Fabi, da ist noch etwas. Ich habe Dean angeboten, hier zu bleiben. Ich werde die Wohnung über der Gestütsverwaltung renovieren und ich möchte, dass er dort einzieht, mit seiner Labrador-Hündin Rookie. und Avalon soll hier ebenfalls ein Zuhause finden. Wärst du damit einverstanden?" Fabi wurde rot...aha..."Also, ähm, ja, eigentlich...kein Problem.", sagte sie etwas verwirrt. Ich schaute sie an. "Super, wir werden jetzt Avalon und Rookie aus der Quarantäne vom Flughafen holen. Sind gegen Abend wieder da!", rief ich ihr noch zu und holte dann Dean. "Los gehts Bruderherz. Mit Fabi ist alles geklärt, du darfst bleiben, also lass und Avalon und Rookie endlich holen." Er grinste breit und stieg ins Auto.
Am Flughafen mussten wir uns erstmal durch eine Zettelwitschaft kämpfen...diese Quarantäne-Vorschriften waren furchtbar kompliziert! Aber nachdem alles ausgefüllt war, konnten wir die Beiden endlich mit nach hause nehmen. Avalon, die wunderschöne Palomino-Paint-Stute meines Bruders wurde verladen und bekam ein paar Möhren. Und Rookie begrüßze erst einmal stürmisch meine Hunde! Hunter und Blake waren gleich Feuer und Flamme! Eine neue Spielkameradin, juhu!!! DEr Rückweg war unspektakulär. Zurück am Stall kam Avalon in eine der Luxusboxen und Dean und ich gingen mitsam unserer Hunde zurück zum Haus. marten und Fabi kochten gerade etwas für uns. Als wir reinkamen, kam Samy sofort auf Dean zugelaufen und holte sich eine Streicheleinheit ab, während Rookie ihn genau abschnupperte. das war zu niedlich
"So, Essen ist fertig!", verkündete Marten und wir setzten uns alle an den Esstisch und genossen das leckere Essen von Fabi und Marten. Nach dem Essen gingen wir ins Wohnzimmer und schauten einen Film, bis Fabi und ich noch einmal zu den Pferdchen gingen und nach dem Rechten sahen. "Du, Jordyn,", fragte Fabi mich auf halbem Wege. "Dein Bruder...also..." Ich blieb stehen. "Okay, Kleines, wir müssen mal reden", sagte ich mit einem Lächeln. Wir gingen zurück und hoclten uns eine Weile ins Wohnzimmer, wo Fabi mir von ihrem Streit mit Jake erzählte und ihrem Konflikt wegen Dean... "Kleines, da hast du dir ja was eingebrockt....einfach geht bei dir auch nicht, oder? Lass es auf dich zu kommen. Aber sei ehrlich zu Beiden. Ich weiß, dass Jake dich liebt, aber ich weiß auch, dass du ihn zwar magst, aber wirklich lieben...eher nicht. Und ich weiß, dass mein Bruder dich echt gern hat. Du musst erst einmal rausfinden, was du willst...und es dann auch beiden mitteilen! Das haben sie verdient." Fabi nickte... "Du hast mich mal wieder durchschaut, große.", gab sie zu. "Ja, wozu sind beste Freundinnen denn da?!" Wir lachten, bis wir wieder zu den anderen ins andere Wohnzimmer gingen. Marten war nirgend zu sehn. "Dein Mann ist schon ins Bett."; sagte Dean. Ich nickte. "Gut, ich werd mich auch hinlegen, war ein langer Tag! Schlaft gut." Ich drückte Fabi und gab Dean einen Kuss auf die Wange und ging dann schlafen...Fabi und Dean blieben allein zurück...
So, an dieser Stelle bin ich natürlich sehr neugierig über was ihr geredet habt!

