Mermaid: Vertrauen gewinnen…Teil 4
,, Also bis in einer halben Stunde auf Pandora.", beendete ich somit das Gespräch mit Sam und legte auf. Phillip war noch nicht da. Er musste irgendwas noch erledigen, ich hatte es in dem ganzen Stress vergessen. Eigentlich war es eine schlechte Idee gerade die Zwei mit zu Mermaid zu nehmen, aber Sam war ein brillanter Reiter und Phillip machte noch seine Anfänge. Aber ich hatte ein Problem noch gar nicht überschaute, die Beiden hassten sich auf den Tod. na ja Sam kannte Phillip nicht, aber Phillip hatte schon genug das er überhaupt in meinem Leben existierte. Das reichte schon. Ich hatte für die Tierschar unsere Nachbarin angeheuert, die Biester zu beschäftigen. Sie hieß Jane, war 14 Jahre alt und hatte Luna und Melody schon oft mit nach draußen genommen. Als ich ihr Aimee und Austin gezeigt hatte, war sie völlig begeistert gewesen und ließ Aimee gar nicht mehr aus ihren Armen. Darum war ich mir sicher das alles glatt laufen würde und ich musste mir keine Sorgen darüber machen, dass mein Haus in ein paar Stunden aussah wie nach einem Anschlag. Austin hatte schon zusammen mit Aimee die Couch angeknabbert und Vasen kaputt gemacht, seit dem schenkte Phillip mir keine Blumen mehr. Ich war mir hoffentlich ziemlich sicher das es deswegen war. Es klingelte und da stand sie schon, grinsend wie ein Honigkuchenpferd. Ihre langen Haare zu zwei Zöpfen hochgebunden, man konnte nicht glauben das sie schon 14 war. Aber manche Kinder waren eben zu weit und andere blieben auf einer Altersstufe stehen, obwohl ich genau so ein Kind gewesen war, bis ich 16 wurde. Ich brauchte ihr nicht viel zu erklären, sie wusste wo das wichtigste war. Handynummer, Spielzeug, Leckerlies, Leinen und so weiter. Also machte ich mich auf den Weg und ließ alles zurück.
Auf Pandora begrüßte mich Sam mit einer freundlichen Umarmung. ,, Hey wo hast du Phillip denn gelassen." ,, er kommt nach!", sagte ich und schaute aufs Handy. er wollte schon vor zehn Minuten da sein. ,, Na ja gut, also lass uns mal dein störrisches Pferd anschauen." Ich grinste. ,, Mittlerweile ist sie ruhiger und sie hat lediglich Angst vor Menschen und der Respekt ist auch unterwegs irgendwo liegen geblieben." Wir gingen zum Stall, da heute nicht so gutes Wetter war standen die Pferde allesamt in ihren Boxen. ,, Hey Mermaid.", sagte ich. Sie drehte sich zu mir um und kam auf mich zu. Ich belohnte sie und Sam trat neben mich. Sie blieb ruhig, ging jedoch einen Schritt rückwärts. ,, He ich bin Sam, auch nur ein Mensch.", meinte Sam liebevoll und streichelte ihr über die Nüstern. Sie schüttelte den Kopf und riss ihn nach oben. Ganz kurz. Nachdem wir sie aus der Box geholt hatten ließ ich Sam an die Reihe. Er sollte sie putzen, was Mermaid etwas seltsam fand und sich verspannte. Sie zuckte ab und zu, ich redete mit ihr und strich ihr über den Hals. ,, ist ja gut meine Kleine.", sagte ich leise und lehnte mich an die Wand. Sam putzte weiter. ,, Du kannst froh sein, dass sie nicht sonderlich drecküberzogen ist." Er lachte. ,, Wir werden ja sehen wie ich mit ihr zurecht komme….." ,, Oh ja und wie ich das sehen will, mit eigenen Augen." Wir lachten laut auf und dann kam Phillip um die Ecke. Er warf Sam böse Blicke zu, während ich mich rasch umdrehte und er auf mich zu kam. ,, Hey Schatz, hallo Sam.", meinte er mit ernst werdender Stimme und küsste mich kurz. ich wollte Sams Blick in dem Moment nicht sehen. Wahrscheinlich ein bisschen von jedem. Hass, Hoffnung, Eifersucht. ,, jetzt wo du hier bist mach dich mit Mermaid bekannt. Du hast Glück bis jetzt hat sie gute Laune." ,, Noch…", funkte Sam dazwischen, doch was das letztendlich bedeuten sollte wusste ich auch nicht. Phillip ging ruhig auf Mermaid zu und begrüßte sie. Es war ungewohnt, so viele Leute um sie herum und alle wollte was von ihr. Zugegeben ich hatte etwas Angst das sie wieder in sich zusammenbrechen würde, aber ich vertraute auf sie und hoffte das Beste. Auch Phillip fing an sie zu striegeln. Ganz leicht und langsam, nicht wie Sam, der putzte wie ein Weltmeister um die Flecken weg zu bekommen. Ich wusste gar nicht das Phillip so sensibel war. Also beobachte ich Mermaids verhalten, aber auch die Jungs, die sich immer wieder in ihren Blicken in der Mitte von Mermaids Rücken trafen.
Mittlerweile waren wir auf dem Platz, Phillip führte Mermaid, die anfangs etwas rumgehippelt war, sich nun aber wieder eingekriegt hatte. Sam half mir ein paar Stangen und Planen aufzustellen. Wir legten eine Plastiktüte auf die Mitte des Platzes und stellten Tonnen daneben im Slalom auf. Ein großer Parcour stand nun auf dem Platz und hatte es in manchen Stellen wirklich in sich. Aber ich musste Mermaid testen. Testen wie ihr Vertrauen war und das nicht nur in mich. Jetzt war Sam an der Reihe mit führen. Er löste Phillip ab und ging ein paar Runden. ,, das ist vielleicht ein Sunnyboy. Meine Fresse…." ,, Phillip spar die bitte die Kommentare, okay?" Ich nahm seine Hand, der Tag sollte nicht in einem Streit enden. ,, Okay okay, wollte es ja nur gesagt haben." ,, Gut Sam, dann kannst du mal her kommen und sie mir geben ich muss erst einmal alles mit ihr durchgehen. Also nahm ich Mermaid am Strick und ging durch die erste Gasse, viele Stangen eng zu einer Gasse aufgebaut. Es gab keine Probleme. Dann kam das Slalom und die Stangen. Perfekt. ,, Hilft mir mal jemand." Sam und Phillip kamen sofort im Eiltempo zu mir. ,, Haltet mal die Plane fest. " Sie taten es und ich ging auf die Plane zu. Mermaid verweigerte, wurde langsam und stieg letztendlich. Sie schnaubte tief. ,, Gut, gut hey Mermaid, ist alles okay." Ich streichelte sie und ging einen Kreis. Nochmal ein Versuch und wir liefen nun noch langsamer darauf zu. Kurz davor wurde sie wieder langsamer, aber ich machte einen Schritt und sie lief mit mir im Trab darüber. Nach mehreren Versuchen klappte es ohne das sie das Rascheln der Plane noch juckte. Zuletzt nahm ich eine Gerte. Mermaid erschrak und wich aus, als ich ihr die Gerte auf den Rücken legen wollte. Aber auch dies klappte nach einigen Versuchen ohne ein Zucken. ,, Na dann seid ihr jetzt an der Reihe. Phillip.", rief ich und übergab ihm Mermaid. Er wusste was er tun musste. Lief zuerst Slalom durch die Tonnen, wobei er eine umfallen ließ und Mermaid etwas zur Seite sprang. Dann ging er weiter, das Gleiche wie ich und zur Plane. Er redete mit Mermaid, was ich jedoch nicht verstand. ,, Vertrau ihr!", sagte ich und sie schafften es. Wow. ,, Als ob ich das nicht auch könnte." ,, Sam, du musst ihm nichts beweisen und mir auch nicht." Daraufhin schaute er mich an und lief Phillip entgegen. ,, Jetzt pass mal auf.", hörte ich wie er zu Phillip sagte, doch dieser grinste nur und kam wieder zu mir. ,, Oh man ihr Zwei seid echt der Wahnsinn." ,, Zum Glück muss ich dir ja nicht den Held spielen.", entgegnete er und nahm mich an der Hüfte. Ich lächelte und verfolgte Sam und Mermaid. Ich wusste ihre Konzentration ließ etwas nach und dauernd das Selbe. Sie lief mit Abstand zu Sam und spitzte die Ohren, meiner Meinung zu sehr. Dazu schaute sie in jede Ecke des Platzes, weil die Büsche vom Wind raschelten. Bitte nicht durchdrehen….dachte ich nur und gerade als ich das aussprach passierte es. Mermaid sprang zur seite und riss sich von Sam Hand los. Er fiel zu Boden und sie galoppierte los. ,, Oh Gott.", meinte ich und bewegte mich. Phillip ging mit Aufforderung zu Sam, dem jedoch nicht passiert war. Ich versuchte Mermaid einzufangen, bevor sie wegen dem Strick stolperte. Sie wieherte und rannte weiter. ,, Ruhig Mermaid. Komm her.", sagte ich und sie blieb stehen. ,, Mermaid.", schrie ich dann als sie stieg und wieder davon rannte. Abrupt hielt sie an du drehte sich nach mir um. Dann lief ich auf sie zu und schnappte mir den Strick. Ich lobte sie und lief zu den Jungs. ,, Geht’s?", fragte ich Sam. ,, Ja ist alles okay, war eher der Schock.", antwortete er und klopfte seine Hose ab. Er versuchte es erneut und diesmal klappte es. Mermaid hatte einfach nur einen kurzen Ausraster gehabt.
Die Zeit verging wie im Flug. Nachdem wir noch ein paar Übungen hinter uns gebracht hatten und Mermaid Sam und Phillip hinterherrannte wie ein Schoßhündchen war das Ziel für heute geschafft. Sam führte sie in den Stall und beide gaben ihr jeweils noch Leckerlies. Ich lobte sie nochmal und erzählte ihr on dem morgigen Plan. Reiten und zwar nicht ich alleine, sondern auch Fabi sollte an der Erfahrung teil haben und mir helfen. Ich verabschiedete mich von sam, der mich fest umarmte und dann in sein Auto stieg ohne Phillip einen Blick zu würdigen. ,, Das hat doch gut geklappt.", meinte ich und umarmte Phillip, als sam vom Hof fuhr. ,, Große Klappe nichts dahinter." ,, Ach komm schon, so schlimm ist er wirklich nicht.", sagte ich etwas quengelnd. ,, Doch…", dann küsste er mich und ließ mich los. Er stieg in sein Auto und ich in meins und dann ging es wieder heimwärts. Bei der Fahrt telefonierten Phillip und ich. na ja besser gesagt hatte er angerufen mit den Worten: ,, Ich kann keine Sekunde ohne dich sein. " Na ja so verschwendeten wir eben Handykosten bis wir zu Hause waren und uns gegenüber sanden, erst dann legte er auf. Ich musste einfach nur grinsen.
