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Das schwarze Schaf der Familie




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Das schwarze Schaf der Familie

Beitragvon Sase » Samstag 18. Juni 2011, 22:35

„Schatz!“, hauchte eine sanfte Stimme in mein Ohr. „Aufstehen!“, sagte diese Stimme erneut. Ich wälzte mich hin und her, denn ich hatte keine Lust aufzustehen. „Was denn?“, sagte ich genervt und müde. Erst jetzt schlug ich meine Augen auf und sah, dass Jason vor mir stand. Er winkte mit einem Gegenstand herum. „Fabi ist am Telefon.“, sagte er und streckte mir das Gerät hin. „Musst du nicht zur Arbeit?“, fragte ich ihn neckisch. Er verdrehte die Augen und verschwand aus unserem Schlafzimmer. Erst dann nahm ich das Telefon und ging dran:
„Hallo?“
„Sase? Ich bin’s, Fabi.
„Hallo Fabi. Was gibt’s denn?“
„Wir waren letztens auf einer Auktion. Dort haben wir wieder viele Pferde gefunden und mit nach Pandora gebracht. Ich denke wir haben einige Schönheiten dabei, die dir gefallen würden.“
„Echt? Das ist ja wunderbar. Du, ich wollte heute eh noch nach Pandora fahren. Also wir treffen uns dort. In einer Stunde, okay?“
„Okay! Bis dann, Große.“
„Bis dann, Kleine.“
Dann legten wir auf. Ich ließ mich erst einmal wieder ins Bett sinken und strich mir durch die Haare. Wie spät war es denn überhaupt? Vorsichtig lugte ich auf den Wecker. Ah! Neun Uhr, schrecklich. Ich blieb noch fünf Minuten liegen, aber dann raffte ich mich auf. Mit kleinen Schritten lief ich ins Bad, wo ich mich meiner Morgentoilette betätigte und mich in meine Reitklamotten schwang. Mein nächster Weg ging in die Küche, wo ich aber nur einen gedeckten Tisch vorfand. Bedrückt setzte ich mich daran und verschlang ein Toast mit Marmelade. Nach weiteren Momenten kam Jason mit den Hunden wieder. „Wo warst du, Liebling?“, sagte ich zu meinem Verlobten und ging auf ihn zu. Vorsichtig gab ich ihm einen Kuss. „Ich war mit den Hunden draußen.“, sagte er und umfasste meine Hüfte. Ich schmiegte mich an ihn und genoss es seinen Herzschlag zu hören. „Ich hab schon gegessen, also ich würde mir jetzt die Hunde schnappen und nach Pandora fahren, okay?“, fragte ich meinen Verlobten und schaute zu ihm auf. Er nickte und küsste mich auf meine Nase. „Keaton, Nicci!“, rief ich durch das Haus. Schnell kamen beide Hunde aus dem Garten angerannt und setzten sich brav vor mich. Bei Beiden klinkte ich die Leine ins Halsband ein und ging mit ihnen nach draußen. Autotür auf und Hunde rein. Dann hieß es wieder: Pandora ich komme!
Angekommen und eingeparkt, stieg ich aus dem Auto und ließ die Hunde von den Leinen. Während ich das Auto abschloss, tippte mir jemand von hinten auf die Schulter. Erschrocken drehte ich mich um. „Fabi! Erschreck mich doch nicht so!“, sagte ich zu meiner Freundin und nahm sie in den Arm. Sie lachte daraufhin. „Ich find’s immer wieder lustig.“, sagte sie daraufhin mit einem Grinsen im Gesicht. „Los komm! Ich zeig dir unsere Errungenschaften.“, sie packte mich am Arm und zog mich zum Verkaufspferdestall. „Ruhig Fabi, wir haben noch den ganzen Tag Zeit!“, sagte ich zu Fabi, die kaum zu halten war. Schnell waren wir dort angekommen und schlenderten von einer Box zur anderen. „Ich hatte gedacht, dass diese Stute dir gefallen wird.“, sie schleppte mich zu einer Box im hinteren Teil. Dort stand eine Hannoveraner Stute mit dem Namen Promiscuous Candy. „Schickes Tier!“, sagte ich zu Fabi. Doch irgendwie sprang der Funke nicht ganz über. Neugierig studierte ich ihren Steckbrief. „Fabi? Ich glaube sie ist zu brav.“, Fabi verstand mich nicht ganz und schaute mich fragwürdig an. „Naja, weißt du. All meine Pferde sind solche Engel, das kannst du dir nicht vorstellen. Ich hätte gerne mal ein Pferd, wo ich mal was zu tun habe. Verstehst du?“, sie nickte und schaute jetzt weniger fragwürdig. Erneut packte sie meinen Arm und schleifte mich zur nächsten Box. „Dann wird dir dieser Hengst hoffentlich zusagen!“, sagte sie stolz und machte den Weg zu Box frei. For Pleasure, der Name zierte sein Boxenschild. Ein wunderschöner Oldenburger Hengst. Wow! Hier sah es schon ganz anders aus. Mein Herz fing Feuer und Flamme. Natürlich musste der Charakter stimmen. Also begann ich fleißig zu lesen. Kompliziert, sensibel, bockig und übermutig, das klang doch vielversprechend! „Der Charakter ist nicht zu toppen! Darf ich mal reingehen?“, fragte ich Fabi und hatte schon eine Hand an der Boxentür. Sie nickte. „Hallo Pleasure!“, sagte ich zu dem großen Hengst. Langsam strich ich ihm über seine Nüstern. Gerade wollte ich Fabi etwas fragen, doch sie kam mir zu vor. „Willst du mal rauf?“, ich nickte nur stürmisch und schnappte das Halfter in ihrer Hand. Zusammen führten wir ihn nach draußen.
Schnell banden wir ihn am Putzplatz fest und schnappten einige Putzutensilien. Fabi nahm sich die linke Seite vor und ich die Rechte. Durch perfekt abgepasste Teamarbeit war der Hengst schnell sauber. Während wir abwechselnd die Hufe auskratzten, fragte ich meine Freundin einige Dinge über Pleasure. Immer mehr gefiel er mir. „Sattelzeug?“, fragte ich Fabi, die darauf verschwand und vollbepackt wieder kam. „Sag doch was!“, rief ich ihr entgegen und nahm den Sattel ab. Fabi trenste Pleasure und ich legte Sattel und Gamaschen an. „Ich denke wir gehen erst einmal auf den Dressurplatz und dann kannst du etwas mit ihm springen, okay?“, sagte Fabi fragend. Ich nickte, während ich mir Helm und Handschuhe anlegte. Ich schnappte mir die Zügel, dann gingen wir zum Dressurplatz. Der Weg dorthin erwies sich als schwer, Pleasure spürte förmlich die Dressur. „Komm schon, Hübscher.“, durch vieles Zureden, Zerren und Ziehen, hatten wir ihn schließlich auf dem Platz.
„Meine Güte, er hasst Dressur wirklich!“, stellte ich daraufhin fest und zog den Gurt enger. Fabi grinste nur neckisch. „Warte nur ab, Große.“ – „Danke, dass du mir so viel Mut machst.“, ich nahm die Zügel und stieg auf. Oha, gutes Gefühl hier oben! Absätze tief, Zügel aufnehmen und los. Ha, von wegen. Da hatte ich die Rechnung ohne Pleasure gemacht. Er wurde total zickig, sprang zur Seite und schlug heftig mit Kopf und Schweif. Meine Schenkelhilfe half nichts, also musste ich härtere Wege aufziehen. Ich setzte mich tief in den Sattel, nahm die Zügel kürzer und tippte ihn mehrmals mit der Gerte an. Unruhig tänzelte er auf der Stelle, aber das wollte ich erreichen. Während er tänzelte gab ich erneut Schenkelhilfen und schwupps, Pleasure machte die ersten Schritte nach vorne. Ich blieb hartnäckig mit meinem Bein und der Gerte. Sehr gut, der Hengst blieb im Schritt. „Nicht schlecht, Sase!“, rief Fabi vom Zaun aus. Zehn Minuten umrundeten wir die Bahn, leider mit vielen „Pausen“. Doch ich brachte ihn immer wieder dazu, dass er weiter lief. Jetzt musste ich mich erneut durchsetzen. Schenkel und Trab. Gut, Galopp war auch nicht schlecht. Wenn er es so wollte, dann sollte er doch. Ich ließ ihn einige Runden galoppieren, sodass seine Power etwas abgelegt war. Dann nahm ich ihn etwas zurück und er sprang in den Trab. An den langen Seiten trieb ich stärker und siehe da? Der Dressurhasser konnte einen relativen guten starken Trab zeigen. Ich glaube, dass er sich langsam geschlagen gab. Loben klopfte ich seinen Hals. Ich blieb eine Weile im Trab und versuchte mich um die Anlehnung zu kümmern. Mit vielen Bemühungen gelang es mir, dass sich der störrische Hengst in den Kurven ordentlich nach innen bog, sodass ich nachgeben konnte. So konnte ich sogar ansatzweise Volten reiten. Danach nahm ich mir nochmal einen Zirkel vor, wobei ich bei X nochmals angaloppierte. Das klappte auf Anhieb gut, scheint seine Lieblingsgangart zu sein. Ich blieb auf dem Zirkel und an der offenen Seite versuchte ich überstreichen. Pleasure blieb zwar nicht ganz in der Anlehnung, aber trotzdem meisterte er es. Dann ging ich nochmals ganze Bahn und wechselte durch die Bahn, denn ich wollte einen normalen Wechsel versuchen. Am Ende der Geraden wechselte ich die Schenkel. Doch ich musste dieses Wechseln etwas stärker zeigen, bevor der Hengst umsprang, aber er tat es! Mit einer halben Parade brachte ich ihn in einen ordentlichen Arbeitsschritt. Erneut klopfte ich seinen Hals. Trotz den Macken und Zickereien war ich doch ganz zufrieden. „So Fabi, ich denke das reicht.“, sagte ich zu ihr und ritt auf sie zu. Dort angekommen strich sie Pleasure über die Nüstern. „Wow, das war nicht schlecht.“, sagte sie und hob den Daumen. „Er hat schon ganz schöne Macken, aber das gefällt mir!“, antwortete ich und musste grinsen. „Dann will ich ihn mal springen sehen.“ – „Na dann, los!“, ich ritt mit Pleasure vom Platz, Fabi lief neben uns her. Schnell waren wir beim Springplatz angekommen, wo ein relativ leichtaussehender A-Parcours stand.

Fortsetzung folgt…
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von Anzeige » Samstag 18. Juni 2011, 22:35



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Re: Das schwarze Schaf der Familie

Beitragvon Fabienne » Samstag 18. Juni 2011, 22:54

Super anfang beri, bin gespannt wie es weiter geht.. :)
Kindheit ist nicht von Geburt bis soundsoviel,
und von soundsoviel an Sind Kinder gross und räumen Kindisches weg.
Kindheit ist das Reich,
darin niemand Dir stirbt.
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Re: Das schwarze Schaf der Familie

Beitragvon Sase » Mittwoch 22. Juni 2011, 14:39

...Fortsetzung.


„Passt es dir so?“, fragte mich meine Freundin. Ich nickte und betrat schließlich den Platz. Fabi setzte sich derweil auf eine Bank am Rand. „Na los, Pleasure. Mal schauen, ob das dir mehr Spaß macht!“, und es schien so. Sobald er die Sprünge sah, gingen seine Ohren nach vorne und er wurde lockerer. „Warm bist du ja.“, sagte ich feststellend und trieb den Hengst in einen kräftigen Arbeitstrab. Sofort war er in Anlehnung und lief ohne seine Macken zu zeigen. Ich lobte ihn ausgiebig. Mit aller Macht zeigte ich ihm die Hindernisse, die er am liebsten sofort nehmen wollte. „Ruhig, Großer!“, sagte ich und musste ihn stark zurück nehmen. Selbst in den Trabstangen wurde er mir etwas zu schnell. Aber ich ritt viele Volten und Kehrvolten, sodass Pleasure etwas ruhiger wurde. Dann ritt ich im Trab über ein Cavaletti. Wow! Pleasure machte einen Riesensatz, weswegen ich kaum in der Bewegung mitkam. Aber das war wohl eher mein Fehler, denn der Absprung passte super. Dann galoppierte ich den Hengst an und ritt auf einen Steil im A-Niveau zu. Der Absprung passte erneut, aber Pleasure zog das Tempo vorher extrem an, das würde ich aber noch in den Griff bekommen. Jetzt hieß es einmal den Parcours durch reiten. Ich blieb fest im Sattel sitzen und hielt stark gegen, damit der flotte Hengst mir nicht ausbrach. Zuerst ging es wieder auf den Steil zu, dann kam eine zweifache Kombination aus einem Steil und einem Oxer. Bis jetzt klappte es ganz gut. Es kam ein weiterer Steil und ein Oxer, der Abschluss machte eine Tripplebarre. Wir kamen über jedes Hindernis, rissen nichts und der Absprung passte jedes Mal perfekt. Ich war zufrieden, obwohl das Tempo noch langsamer sein könnte. „Und?“, fragte ich Fabi. „Super. Ihr harmoniert sehr gut miteinander.“, das machte mich stolz. „Ich reite ihn noch schnell ab, okay?“, sie nickte. Ungefähr zehn Minuten ritt ich ihm Schritt am langen Zügel über den Platz. Pleasure streckte sich und vergrößerte seine Schritte, immer wieder klopfte ich seinen Hals. Schließlich stieg ich ab, schnallte die Bügel hoch und machte den Gurt lockerer. Dann verließen Fabi und ich den Springplatz.
„Du Fabi?“ – „Ja?“ – „Ich glaube, ich nehme ihn. Er ist so besonders.“ – „Das freut mich! Ich geh dann mal ins Büro und mach alles fertig, okay?“, ich nickte und wir gingen getrennte Wege. Da das Wetter sich schlagartig änderte, musste ich mit Pleasure in den Stall fliehen. Auf einmal fing es an zu regnen. „Dummes Wetter, nicht wahr Pleasure?“, er schnaubte zufrieden und rieb sich seinen Kopf an meinem Bein. „Ist ja gut!“, sagte ich und begann seinen Kopf zu kraulen. Ich legte ihm seine Ausrüstung ab und putzte nochmal grob drüber. Dann kam Fabi mit den Papieren wieder und wir erledigten den langweiligen Teil von einem Pferdekauf. Wir sprachen über das Zubehör, den Stall und die Weide. Schnell war alles geklärt und ich war wieder alleine. Ich verstaute die Ausrüstung im Spind und brachte meinen neuen Liebling in seine Box, wo ich ihm sein Futter servierte. Dort ließ ich mich nieder und schaute Pleasure zu.
Ich saß so bestimmt eine halbe Ewigkeit, denn es machte einfach nur Spaß den Süßen zu beobachten. Dann ging die Boxentür auf und Jason kam herein. „Woher weißt du…?“, er ließ mich nicht aussprechen. „Fabi!“, sagte er und grinste mich unwiderstehlich an. Schließlich setzte er sich zu mir und begrüßte mich mit einem innigen Kuss. „Dein Neuer?“, fragte er schließlich. Ich nickte. „Papierkram ist schon erledigt, ich muss nur noch das Geld überweisen.“ – „Schon erledigt.“, sagte Jason daraufhin und grinste mich breit an. „Wie schon erledigt?“, ich verstand meinen Verlobten ist. „Naja…“, fing er an und rückte näher, sodass er mich in den Arm nahm. „Was naja? Erzähl schon!“, die Neugier packte mich. „Es war alles besprochen. Sobald du ein neues Pferd wollen würdest, würde ich es bezahlen und das weiß Fabi.“, ich verstand immer noch nicht. „Und aus welchem Grund?“, ich schaute ihn an. „Das ist mein Hochzeitsgeschenk an dich, Liebling!“, mir verschlug es die Sprache. Sobald ich sie wieder fand, sprang ich in Jasons Arme. „Danke! Das ist das beste Hochzeitsgeschenk, was mir jemand machen kann!“ – „Ich weiß.“, antwortete er daraufhin und küsste mich auf mein Haar. Schließlich standen wir auf.
„Was machst du jetzt, Schatz?“, fragte ich Jason. „Es steht eine Trainingstunde mit Capo an, die Turniersaison ist in den Startlöchern und wir wollen doch den CHIO erreichen, nicht wahr?“, zusammen lachten wir. Aber sie könnten es doch theoretisch schaffen, dachte ich mir. „Und du?“, fragte er schließlich und legte sein Arm um meine Hüfte. „Arbeiten. Ich habe drei Aufträge bekommen. Zwei Hunde und eine Katze, also werde ich jetzt im Tierheim vorbeischauen. Wir sehen uns, ja?“, er nickte und wir küssten uns lange. Dann hieß es: Arbeit ich komme! (Bei den Jobberichten zu lesen!)
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Re: Das schwarze Schaf der Familie

Beitragvon Fabienne » Mittwoch 22. Juni 2011, 19:52

Super schön geschrieben. Bin froh das der süsse Racker die richtige und perfekte Besitzerin gefunden hat! Viel Spass euch beiden
Kindheit ist nicht von Geburt bis soundsoviel,
und von soundsoviel an Sind Kinder gross und räumen Kindisches weg.
Kindheit ist das Reich,
darin niemand Dir stirbt.
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