Durch das halbheruntergelassene Rollo blitzten einige Sonnenstrahlen. Sie kitzelten mich in meinen Augen, also schlug ich sie auf. Der Morgen endete für mich schnell im Negativen. Ich lag immer noch im Krankenhaus, obwohl immer noch übertrieben war, denn ich war erst seit gestern hier. Ja, so doof wie es auch klingen mag, ich wurde zusammen geschlagen. Jason war bei mir, im Moment tat er einfach so viel für mich. Er lag mit seinem Kopf auf dem Bett und schien zu schlafen. Er war die ganze Nacht bei mir? Mir kamen Tränen vor Freude. Außerdem hielt er meine Hand, wie konnte es nur in dieser Stellung bequem gewesen sein? Langsam kam ein durch dringlicher Schmerz in meinem Kopf zum Vorschein. Ich schluchzte. Jason begann sich zu bewegen. „Schatz?“, sagte ich und schaute zu ihm. Von ihm kam nur ein verschlafenes „Hm“. „Das war sicherlich nicht bequem, oder?“, ich musste grinsen. Er reckte und streckte sich wie ein verschlafener Welpe. „Mein Nacken.“, sagte er und drückte dagegen. Ich lachte. Erst jetzt schien er die Situation zu realisieren. „Oh Schatz. Wie geht es dir?“, fragte er mich, während er näher rückte. „Besser.“, obwohl es nicht stimmte. Ich wollte ihn nicht noch unglücklicher machen. „Ich hatte solche Angst um dich.“, flüsterte er mir ins Ohr und küsste mich anschließend. Ich meinte in seinen Augen Tränen gesehen zu haben. Ja, auch Männer haben einen weichen Kern. Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter und fühlte mich einfach nur wohl, na gut Zuhause würde ich mich bestimmt wohler fühlen. Ein paar Minuten später kam die Schwester von gestern und brachte uns ein eher dürftiges Frühstück. „Du kannst das gerne essen.“, sagte ich mit einem angewiderten Blick. Ich schnappte mir eine Banane und fing an sie zu essen. Jason aß auch nur ein Salamibrot, der Rest landete wieder auf dem Tablett. Dann kam erneut die Schwester ins Zimmer und nahm ohne Kommentar das Tablett wieder mit, danach betrat der Arzt das Zimmer.
„Guten Morgen, Frau Richter. Wie geht es Ihnen?“, fragte er mich, während er die Monitore neben mir studierte. „Ganz in Ordnung. Besser als gestern.“, er nickte. „Ihre Werte sind auch sehr stabil, das ist eine gute Neuigkeit. Sie bekommen jetzt ihre letzte Dosis Schmerzmittel und dann werden sie entlassen. Lassen Sie sich aber in den nächsten Tagen bei Ihren Hausarzt blicken.“, ich nickte und der Arzt reichte mir die Hand. Wir verabschiedeten uns, auch Jason sagte auf Wiedersehen. Einen Moment später kam die Schwester wieder, welche mir über den Katheter das Schmerzmittel verabreichte. Ich merkte wie die Flüssigkeit meinen Körper durchdrang, ein ekelhaftes Gefühl. Dann entfernte sie den Katheter aus meiner Hand. „Sie dürfen nun nach Hause.“, Jason und ich nickten zur gleichen Zeit. „Bloß weg hier!“, sagte ich und versuchte aufzustehen. Ich torkelte noch etwas, aber ich konnte laufen. Schnell ging ich noch ins Bad, um mich frisch zu machen und mir etwas Ansehnliches anzuziehen. Danach nahm ich meinen Verlobten an die Hand und verschwand aus diesem grässlichen Gebäude.
„Ich bin froh da raus zu seien, Liebling.“, er grinste mich verständnisvoll an und ließ den Motor aufheulen. Während der ganzen Fahrt ließ er seine Hand auf meinem Oberschenkel ruhen. Die Fahrt verlief relativ schweigsam, wir verstanden uns erneut ohne Worte. Nach einer Stunde kamen wir Zuhause an und unsere Nachbarin wartete schon mit Nicci davor. „Hast du sie angerufen?“, er nickte und schaltete den Motor aus. „Nicci!“, Frau Siering konnte sie kaum halten. Schließlich riss sie sich los und rannte zu mir. „Tut mir leid, Frau Siering. Sie kennen sie. Hat sie sich gut benommen?“, ich ließ mich auf ein Gespräch mit ihr ein und auch sie drückte mir ihr Beileid aus. Obwohl ich das genau nicht wollten, Beileid. Schließlich verabschiedeten wir uns und jeder ging wieder getrennte Wege. Im Haus angekommen legte ich mich erst einmal auf die Couch. „Mein Kopf brummt.“, Jason kam mit dem süßesten Lächeln auf mich zu. Er machte mir ein Kissen zurecht und legte schließlich meine Beine darauf. Dann kam er zu mir und nahm mich in den Arm. „Kann ich was für dich tun?“, sagte er, während er mir über den Rücken strich. „Eine Massage?“, sagte ich und grinste ihn breit an. Er verleiherte spielerisch seine Augen, aber tat es dann mir zu liebe. Ich legte mich auf den Bauch und er setzte mich auf meinen Hintern. Er kreiste mit seinen Händen über meine Schultern und knetete sonst jedes Fleckchen auf meinem Rücken durch. „Schatz?“, sagte ich mit gedämpfter Stimme. „Ja?“, antwortete er, während er meinen Rücken küsste. Ich bekam Gänsehaut. „Ich will heute noch nach Pandora.“, ich richtete mich wieder auf. „Schatz, du sollst…!“, ich viel ihm ins Wort. „Putzen und spazieren gehen darf ich, denke daran. Ich würde gerne alle putzen und es wäre lieb, wenn du Shine bewegst. Währenddessen du mit ihm trainierst, übe ich mit Vic. Ein bisschen Bodenarbeit und so.“, er schaute mich skeptisch an. „Übernimm dich nicht, Liebling.“, ich nickte. „Dafür schläfst du aber jetzt, es ist gerade mal um zwölf.“, ich nickte, denn er hatte Recht. Irgendwo war ich immer noch ziemlich angeschlagen. Er nahm mich auf den Arm und trug mich nach oben, wo er mich wieder absetzte. Er legte sich neben mich und beobachtete mich, solange bis ich einschlief…
Fortsetzung folgt...

