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Einreiten von Shining Victory




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Einreiten von Shining Victory

Beitragvon Sase » Sonntag 17. Juli 2011, 20:43

1/3

Ich hatte schon vor einem halben Jahr begonnen meinen Junghengst an Trense und Sattel zu gewöhnen, aber er ist mit diesen Utensilien noch nie gelaufen! Das wollte ich heute und in den nächsten beiden Stunden ausprobieren. Denn jetzt würde ich mich um das Grobe kümmern: Gewöhnung an Sattel und Trense, die Last auf seinem Rücken (Ich) und die Grundkommandos. Ich erhoffte mir schnellen Erfolg, denn Vic war sehr, sehr lernfähig. Genau wie sein Papa. Wenn das geschafft ist, kümmere ich mich um die Fein- und Einzelheiten. Nachdem ich Sattel und Trense geholt hatte, „rieb“ ich ihm alles unter die Nase. Er beschnupperte seine Reitausrüstung ausgiebig und erkannte sie. Ich begann mit der Trense, denn das Gebiss nahm er inzwischen ohne Wiederworte. Beim Üben haben mir die Bananen auch immer gute Dienste geleistet. ;) Dann legte ich langsam und vorsichtig den Sattel auf und zog den Gurt fester, das fand er immer noch etwas unangenehm, aber konnte sich damit arrangieren. Schließlich fädelte ich die Longe durch’s Gebiss, schnappte mir eine Peitsche und ging mit ihm zum Round Pen. Bei den ersten Schritten mit dem Sattel lief er ungewohnt und sehr steif, dabei nutzte ich den VS-Sattel, der am leichtesten war. Immer wieder musste ich ihn anspornen weiter zu laufen, aber nach 100 Metern fing er an sich zu lösen. „Super Vic!“, lobte ich meinen Teenager und schob ihm gleich ein Leckerli ins Maul. „Ist doch nicht so schlimm, oder?“, fragte ich ihn und klopfte seinen Hals. Dann waren wir auch schon beim Round Pen und ich betrat es mit ihm. Auf einmal kamen auch meine Hunde wieder, inzwischen waren sie trocken! Wahnsinn! Aber sie legten sich schon unter den nächsten Baum und begannen zu dösen. Dann kümmerte ich mich wieder um Vic. Ich hatte inzwischen das Round Pen geschlossen und war mit ihm in der Mitte. Er „freundete“ sich mit der Peitsche an, die auf dem Boden lag, während ich nachgurtete. Gut so. So war er wenigstens abgelenkt, wenn dieses doofe Gefühl kam. Schließlich nahm ich die Peitsche und schickte ihn nach außen. Longieren kannte er bisher nur mit Longiergurt, welcher eindeutig ein kleineres Gewicht hatte. Ich war gespannt wie er sich heute anstellen würde. Im Schritt lief eigentlich alles super und das auf beiden Händen. Er war zwar immer noch etwas abgelenkt und schaute umher, aber er war nun mal noch ein „Baby“. Nach ungefähr zehn Minuten begann ich zu schnalzen und gab ein deutliches Trabkommando. Er verstand es nicht gleich, aber mit Unterstützung sprang er in einen leichtfüßigen Trab. Zuerst schaute er zu seinem Rücken und guckte dieses neue und ungewohnte Ding an. „Ja Vic, das ist dein Sattel!“, sagte ich und musste etwas schmunzeln. Auch hier lief er anfangs etwas steif, was sich aber erneut nach einigen Minuten legte. Immer wieder lobte ich ihn mit meiner Stimme, so lange bis er seinen Kopf nach unten streckte und vorwärts/abwärts ging. „Super!“, rief ich Vic zu und holte ihn zu mir, wo ich ihm ein Leckerli gab. „Das war doch schon spitze.“, sagte ich erneut und kraulte ihn zwischen den Augen. Dann schickte ich ihn wieder nach draußen und tat das Selbe auf der anderen Hand. Auch hier klappte es genauso gut. Ich gönnte ihm noch eine kurze Pause und wollte dann einen Galopp wagen. Dazu gab ich ihm das Kommando und half mit der Peitsche nach. Zuerst sprang er in den Galopp, doch das hielt nicht lange. Sofort raste er los wie von einer Tarantel gestochen und buckelte ohne Ende. Ich hatte echt Schwierigkeiten ihn zu halten. In dieser Gangart nervte ihn der neue Ballast anscheinend sehr. „Ruhig, Vic. Brrr!“, rief ich zu ihm und versucht die Longe einzuholen, um den Zirkel enger zu machen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er zur Ruhe und ging im Schritt. „Spinner.“, rief ich ihm zu und ließ ihn im Schritt. Sollte ich es nochmal wagen? Ja, sollte ich. Ich ließ ihn die Hand wechseln und trieb ihn in den Trab, schließlich Galopp. Ach? Auf einmal ging alles anders. Vic galoppierte in einem ordentlichen Arbeitsgalopp und hielt auch seinen Kopf wunderbar. „Dich muss ich nicht verstehen, Hengst.“, sagte ich zu ihm und schüttelte mit dem Kopf. Ich nutzte die ruhige Situation gleich aus und tat es erneut auf der anderen Hand. Diesmal klappte es auch hier. Ich beschloss mit dieser Lektion für heute Schluss zu machen und ließ ihn noch einige Runden Schritt gehen, bis ich ihn zu mir holte. Bei mir lobte ich ihn nochmals ausgiebig und gab ihm ein Leckerli. „So, Vic.“, sagte ich zu ihm und entfernte die Longe. „Dann will ich dir mal zeigen wie das ist einen Menschen zu tragen.“, mit gespitzten Ohren schaute er mich an. Ich wollte mich lediglich nur draufsetzten und schauen wie er reagiert. Also legte ich die Longe bei Seite und ließ die Steigbügel herunter, die ich mir dann einstellte. Dann lief ich mit ihm zu einer Aufsteighilfe und stellte ihn daneben, wobei ich auf die Hilfe stieg. Vorsichtig nahm ich die Zügel auf und lehnte mich auf den Sattel, ohne mich in den Steigbügel zu stützen. Jetzt spürt er mein komplettes Gewicht auf sich und nahm es bis jetzt gelassen. „Fein!“, lobte ich ihn und steckte ihn ein Leckerli zu, dann wollte ich es richtig probieren. Um ihn nicht zu verunsichern, schwang ich mich so rauf, ohne den Steigbügel zu belasten. Er schaute mich schräg von unten an. Ich musste grinsen, dann streichelte ich über seinen Hals. Dann machte ich meine Füße ihn die Steigbügel, setzte mich richtig hin und nahm die Zügel auf. Er war verunsichert und ging rückwärts. Schnell reagierte ich und gab die Zügel wieder nach, sofort blieb er stehen. Ich klopfte seinen Hals. „Das sollte für heute genügen.“, ich stieg wieder ab. Er bekam das letzte Leckerli für heute und ich machte den Gurt locker und machte die Steigbügel nach oben. Schnell packte ich mein Zeug zusammen und verließ den Round Pen. Ich brachte ihn wieder zum Putzplatz und befreite ihn von seiner Ausrüstung, was er sichtlich genoss. Schließlich putzte ich nochmal über, streichelte ihn eine Weile und brachte ihn schließlich wieder auf die Koppel zu seinen Kumpels…
Zuletzt geändert von Sase am Donnerstag 21. Juli 2011, 18:00, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Anreiten von Shining Victory

Beitragvon Fabienne » Sonntag 17. Juli 2011, 21:09

Schön geschrieben! Freut mich das Vic so gut mitmacht. Ich glaube seine Mami hat wohl auch ihr gutes hinterlassen :D Falls du mich mal brauchen solltest melde dich ruhig okay :) hdl
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Re: Einreiten von Shining Victory

Beitragvon Sase » Donnerstag 18. August 2011, 15:07

2/3

Heute wollte ich mich mal wieder um die Ausbildung von meinem Junghengst kümmern. Nach einem ausgiebigem Frühstück mit meinem frischgebackenen Ehemann, ging ich ins Bad. Ich schwang mich wie jeden Morgen in meine Reiterkluft und wollte mich von meinem Mann verabschieden. „Hey, warte mal.“, sagte er und kam mir auch in Reitklamotten entgegen. „Ich komme mit.“, das freute mich und ich gab ihm einen Kuss. Wir schnappten uns die Hunde und gingen zu Jason’s Auto, welches groß genug ist, um die Hunde im Kofferraum zu verstauen. „Was machst du heute?“, fragte ich ihn, nachdem ich ihn erzählt habe, dass ich mich um Vic kümmern werde. „Ich werde mit Dean ausreiten, denke ich. Hatte er zu mindestens vorgeschlagen.“, ich nickte und wünschte ihn jetzt schon viel Spaß. „Nimmst du die Hunde mit? Die würden sich freuen, wenn sie sich austoben dürfen.“, er nickte und legte eine Hand auf meinen Oberschenkel. Nach der gewohnten Viertelstunde waren wir beim Hof und stiegen aus. Aber hier trennten sich unsere Wege. Er ging zum Putzplatz, wo Dean schon mit Avalon bereitstand. Wir verabschiedeten uns schnell mit einem innigen Kuss. Ich streichelte die Hunde nochmal und machte mich dann auf Halftersuche. Ich schnappte mir eilig das Schokobraune von Vic und ging Richtung Koppel. Der kleine Hengst tobte mal wieder wie ein ganz Großer. Mit wem wohl? Mit meinem For Pleasure, der genauso ein Raudi war. Ich pfiff einmal lautstark und beide Hengste schauten zu mir hoch. Dann schienen sie ein Wettrennen zu veranstalten. Natürlich war Pleasure eher da. „Ihr spinnt.“, sagte ich und gab beiden eine Möhre. Schnell musste ich Pleasure abwimmeln, dann halfterte ich meinen Kleinen auf. Zurück ging es zum Putzplatz.
Dort traf ich auf Aylien, die gerade dabei war Mermaid zu putzen. Ich kam mit dem Junghengst um die Ecke und band ihn an. Sofort fing er ungeduldig zuscharren, das erregte natürlich Aufsehen. Mermaid schreckte kurz auf und Aylien schaute zu mir. „Hey, dein Kleiner ist ja riesig geworden.“, sagte sie und nahm mich in den Arm. „Allerdings. Aber bei Nephilim ist es nicht anders.“, warf ich ein. Aylien lachte. Wir unterhielten uns kurz über unsere Sprösslinge, doch dann musste Aylien los. Sie wollte ausreiten. Außerdem war Vic’s Geduld am Ende. Also schnappte ich mir die Putzutensilien und reinigte den Körper von oben bis unten. Nach einer halben Stunde sah man sein helles Fell wieder. In den letzten Tagen hatte es stark geregnet, was er sichtlich ausgenutzt hat. Ich holte Sattel und Trense und legte ihm Beides an, was von Mal zu Mal immer besser klappte. Wie immer am Ende, lobte ich meinen Kleinen ausgiebig. Ich schnappte mir meinen Helm und eine kurze Gerte, dann ging ich los. Zum ersten Mal in eine Halle…
Als ich die Tür öffnete, zuckte Vic stark zusammen. Warum die auch immer so quietschen musste, keine Ahnung? Mit weit geöffneten Nüstern betrat er die Halle. Ich lief mit ihm in die Mitte und er drehte sich einmal um sich selbst. „Ja, das ist die Halle.“, sagte ich und strich ihm währenddessen über den Hals. Er schien sich zu beruhigen, nachdem er jede Ecke abgesucht hat. Ich gurtete schon einmal nach und ergriff dann die Zügel, denn ich wollte ihm die Bahn zeigen. Also lief ich los, natürlich folgte mir der Junghengst. Zuerst ging es ganze Bahn, dann ein paar Zirkel und viele andere Hufschlagfiguren. Nach einigen Minuten ging ich wieder in die Mitte. „Und? Ist es so schlimm?“, fragte ich Vic, der darauf heftig schnaubte. Ich musste lachen. Jetzt ging es aber ans Eingemachte. Ich ließ die Steigbügel herunter und gurtete erneut ein Loch nach. Ich ging mit ihm zur Aufstieghilfe und führte in heran. Genauso vorsichtig wie beim letzten Mal, stieg ich auf. Mein Kleiner blieb ruhig stehen, weswegen ich ihn ausgiebig lobte. Ich versuchte die Zügel locker zulassen und drückte dann sachte die Fersen in seinen Babybauch. Er schüttelte widerwillig den Kopf, aber lief dann schließlich relativ flott los. „Ruhig, Vic. Brrr.“, sagte ich und zog leicht an den Zügeln. Er spitzte schnell seine Ohren, denn er schien zu verstehen. Er lief langsamer. Erneut lobte ich ihn. Wir ritten im Moment nur gerade Strecken, aber sobald eine Kurve vor uns lag, versuchte ich es ihm mit den geläufigen Zeichen zu vermitteln. Seine ersten Schritte waren steif und verspannt, aber umso länger er sich bewegte, desto relaxter wurde er. So ritten wir für zehn Minuten Bahn um Bahn. Zwischendurch konnte ich ihn nur immer wieder loben. Ich wagte jetzt einen Zirkel, also gab ich ihm das Zeichen zum Abbiegen. Er schien es verstanden zu haben und lief brav nach rechts. Jetzt wagte ich mir noch andere Hufschlagfiguren, wie Volten, Wechsel und so weiter. Alles klappte super und das Lenken stellte kein Problem mehr da. Sollte ich mich an den Trab wagen? Bis jetzt war ja alles glatt gelaufen. Ich ging also wieder ganze Bahn und nahm die Zügel fester. Ich drückte meine Beine erneut an seinen Bauch, was ihm gar nicht passte. Er warf den Kopf in die Luft und begann zu buckeln. „Hey! Ruhig, Junge.“, schrie ich ihn förmlich an und versuchte Paraden zugeben. Er buckelte ganze zwei Runden durch die Bahn, bis er sich in einem ruhigen Trab wiederfand. „Du Horst!“, sagte ich zu ihm. Ja, ich nannte meine Pferde irgendwie immer Horst. Fragt mich nicht wieso. Sein Trab war flüssig und schnell. Ich trabte leicht, was er nicht so ganz verstand. Sein Trab wurde ein bisschen schauklig. Nach einigen Runden hatte er sich aber auch daran gewöhnt und endlich konnte ich ihn wieder loben. „Geht doch.“, sagte ich und strich ihm über den Hals. Auch im Trab ritt ich noch einige Figuren, bevor wir wieder im Schritt landeten und ich schließlich abstieg. „Ich lass dich noch ein bisschen rennen, Süßer.“, sagte ich und befreite ihn von seiner Ausrüstung. Was machte er? Losrennen und buckeln wie von der Tarantel gestochen. Ich schüttelte nur grinsend mit dem Kopf und brachte das Zeug zurück zum Putzplatz, wo ich sein Halfter holte. Ich ging zurück zu Halle und rief ihn zu mir. Mit gehobenem Schweif kam er. „Oh, ganz edel heute.“, sagte ich und lachte. Wir gingen zurück zum Putzplatz.
Während ich den Kleinen am Putzplatz anband, kamen Dean und Jason wieder. Beide sahen ziemlich nass aus und die Hunde erst! „Wo wart ihr?“, fragte ich. Dann schüttelte Nicci sich, genau neben mir. „Nicci!“, schrie ich und die Jungs lachten. „Wir hatten eine kleine Wasserschlacht.“, sagte Jason und stieg ab. Ich grinste nur und kümmerte mich um Vic, denn er hatte sich gewälzt. Also musste ich den Staub nochmals entfernen. „Wie macht sich das Baby?“, fragte Jason schließlich und umarmte sich von hinten. „Gut. Sind heute schon getrabt, aber vorher musste er erst einmal durchdrehen.“, sagte ich und klopfte die Flanke von Vic. Dann küsste mich Jason in den Nacken und kümmerte sich um Capo. „Gehen wir zusammen auf Koppel?“, fragte ich schließlich. Er nickte und war dabei, das Sattelzeug wegzuräumen. Ich wartete und streichelte so die Hunde. Schnell kam er wieder und ergriff meine Hand. Wir schnappten uns die Pferde und gingen zu den Koppeln. Dort entließen wir die zwei Hengste in den wohlverdienten Feierabend und kuschelten noch einen Moment lang. „Ich denke wir sollten zurück.“, sagte ich und ließ Jason los. „Du kannst die schönsten Moment immer verderben, Liebling.“, sagte er zu mir und kitzelte mich. Ich rannte weg und er hinterher. Natürlich schnappte er mich und hob mich hoch. Wir küssten uns und gingen schließlich zurück zum Hof. Dort standen Dean und Fabi. Fabi kam gleich zu mir und begrüßte mich. Sie wirkte etwas aufgebraust. „Wenn du Zeit hast, kannst du dir dann mal Sam angucken?“, fragte sie mich verzweifelt. „Was ist denn los mit ihm?“, sagte ich und beruhigte sie mit Gesten. „Er ist total apathisch und wenn du einmal dabei bist, kannst du ihn ja gleich komplett untersuchen.“, ich nickte. „Okay, beruhige dich. Ich schnappe mir ein paar Sachen und komme dann zum Haus, ja?“, sie nickte und griff sich Dean. Ich ging währenddessen mit Jason in die Praxis, um die Sachen zu holen…
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Re: Einreiten von Shining Victory

Beitragvon Fabienne » Donnerstag 18. August 2011, 21:56

Toller Bericht! Wird klasse bei euch :)
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Re: Einreiten von Shining Victory

Beitragvon Sase » Mittwoch 2. November 2011, 22:49

3/3

„Ring! Ring! Ring!“, dieser blöde Wecker raubte mir mal wieder den Schlaf. Punkt sieben Uhr nahm dieses Ding seine Berufung auf. Ich brummte dumpf und suchte mit meiner Hand nach dem nervigen Geräusch. Mit einer schnellen und heftigen Bewegung schaltete ich ihn aus. „Mach das doofe Ding aus!“, ächzte Jason. Ich musste grinsen. „Er ist doch schon aus.“ – ich schüttelte belustigend mit dem Kopf und strich meinem Mann durch die Haare. Okay, ich war gemein. Er war die Nacht um drei vom Notdienst wiedergekommen, also sollte ich ihn eigentlich in Ruhe lassen. Ich küsste ihn noch sanft auf die Schulter, bevor ich im Badezimmer verschwand. Nach einer kurzen Zeit verließ ich dieses wieder und ging hinunter in die Küche. Komischerweise schlief meine Rasselbande noch, außer Jet, der lunzte schon wieder über den Rand vom Körbchen. „Schlawiner!“, rief ich ihm zu und er begann mit dem Schwanz zu wedeln. Ich kochte eine Kanne Kaffee, damit Jason nachher auch noch was davon hat. Währenddessen machte French Toast, was wir Beide überalles liebten. Ich verspeiste schnell zwei Stück und stellte den Rest in den Kühlschrank. Draußen befestigte ich einen Zettel:
Guten Morgen mein Schatz,
ich bin schon zum Hof gefahren, heute geht es Vic und Shine mal wieder an den Kragen. Kaffee ist in der Thermokanne und im Kühlschrank steht French Toast. Kommst du nachher auch vorbei? Ich habe mir gedacht, dass du mit Capo mit trainierst, wenn ich Shine reite. Wäre das in Ordnung? Ich freue mich auf dich.
Ich liebe dich. Kuss. ♥
Sase.

Ich zog mich regenfest an, also streifte ich mir meinen Regenmantel über. Draußen schiffte es ohne Ende, obwohl auch die Sonne schien. Die Weite eines endlosen Regenbogens ruft! Ich griff mir die Leine und auf einmal standen meine noch so „müden“ Hunde vor mir. Ich klinkte jeden einzeln ein und verließ das Haus. Es dauerte nicht lang und wir waren auf dem geliebten Hof angekommen…
Sobald meine Hunde von den Leinen waren, rannte Nicci vor. Wohin wohl? Zum See und leider machten es ihr Keaton und Jet nach. Verdammt, da wartet wieder Wascharbeit auf mich. Ich ging jedenfalls schnell und mit flotten Schritten zum Stall, um meinen Junghengst zu holen. Schnell war ich bei seiner Box und schüttelte den Regen von mir. Vic erschrak und schnaubte danach wütend. „Hey Großer, ist doch gut. Ich war’s nur. Ich bin auch nicht sauer, wenn du dich schüttelst.“, ich musste lachen und betrat die Box von ihm. Zur Begrüßung bekam er ein Stückchen Möhre, was sofort verschwunden war. „Wo ist es denn hin?“, fragte ich ironisch und wuschelte durch seinen Schopf. Ich halfterte ihn auf und band ihn vor seiner Box an. Komisch, bei dem Wetter war der Hof immer wie leer gefegt. „Heute ist deine letzte Lektion, Großer.“, Vic schüttelte mit dem Kopf. Ich grinste. Auf einmal kamen Nicci, Keaton und Jet um die Ecke geschossen. „Hey, langsam!“, sagte ich und hob abwehrend die Hände. Sie hechelten und waren von oben bis unten klitschnass, deswegen dauerte es auch nicht lange und alle drei machten es sich im Stroh bequem. In der Zeit hatte ich das Putz- und Sattelzeug geholt und war dabei meinen Hengst zu säubern. Ausnahmsweise ging es mal, denn in letzter Zeit war er nicht so oft auf der Koppel, wegen dem Wetter. Also musste ich nur Staub und viel Stroh entfernen. Jedenfalls hatte er in den Hufen Haferkörner. „Wie hast du das denn fertig gebracht oder haben die Angestellten gekleckert?“, er schaute mich unschuldig an. Jedenfalls war auch schnell diese Arbeit erledigt und ich kann ihn satteln und auftrensen. Diese eigentlich „neue“ Sache klappte schon ab der zweiten Stunde an und heute hatte er gar keine Probleme mehr. Diese ungewohnten störenden Dinge, namens Sattel und Trensen, schien er akzeptiert zu haben. Trotzdem lobte ich ihn nochmal ausgiebig und gab ihm eine kleine Hand voll Hafer. Dann schnappte ich meinen Helm und Vic’s Zügel und machte mich auf dem Weg zur Dressurhalle.
Diesmal wollte ich ihn nicht noch einmal herumführen, sondern mitten ins wahre Leben schleudern. Ich führte ihn zur Mitte von der Halle und wollte diesmal ohne Hilfsmittel aufsteigen. Vorher ließ ich die Steigbügel nach unten und gurtete noch ein Loch nach. Ich stellte meinen linken Fuß in den Steigbügel und schwang mich auf seinen Rücken. „Wow!“, sagte ich erstaunt. Ich hätte nicht gedacht, dass er so ruhig stehen bleiben würde. Schnell lobte ich ihn ausgiebig, indem ich über seinen Hals strich. „Dann mal los!“, denn jetzt war volle Konzentration gefragt. Ich gab die Zügel etwas nach und zeigte ihm die Hilfe zum Anschreiten. Zügig und folgsam lief mein Kleiner nach vorne. Ich lobte ihn, trotzdem zügelte ich das Tempo etwas mit kleinen halben Paraden. Er horchte aufmerksam und verlangsamte seinen Schritt. Von Anfang an wiederholte ich alle Hufschlagfiguren, die wir schon geritten sind: Zirkel, Wechsel, Volten. Er schien es nicht vergessen zu haben und ich musste sagen, dass ich echt stolz auf meinen Vic bin. „Du hast viel von deinem Papa.“, sagte ich und streichelte ihn erneut. Fast eine Viertelstunde ritten wir so in der Bahn hin und her, aber es tat ihm gut, denn er hatte sich komplett mein Gewicht gewöhnt. Ich wollte traben – ich hielt die vorsichtig und tippte in seinen Bauch. Diesmal sprang er sofort um, ohne zu zucken! Sofort lobte ich und gab die Zügel nach, um ihn Freiheit zu gewährleisten. Ich trabte leicht und merkte, dass er sehr fein auf Hilfen reagieren würde und er hat einen viel bequemeren Trab als sein Vater, das ist wohl von der Mama. In die Kurven gab ich immer mal wieder innen nach, damit er sich schön bog und in eine gerade Linie kommt. Dafür ritt ich viele Volten und Schlagenlinien, dabei nutzte ich immer meine Schenkel, um ihn die Kurven zu erleichtern. Er nahm meine Hilfe gut auf und setzte so die Hufschlagfiguren im Trab gut um – ich lobte ihn. Wir ritten einige Zeit so weiter, manchmal versuchte ich das Tempo zu verlangsamen oder zu verschnellern. Ich muss sagen, dass es klappte, obwohl natürlich alles verbesserungswürdig ist. Aber der kleine Große ist ja noch in der Ausbildung, also. Er wird eh mehr der Springer, das merkte ich jetzt schon. Nach weiteren fünfzehn Minuten saß ich tief in den Sattel ein und parierte ihn durch. Etwas holprig, aber dafür sehr genau mit den Hilfen. Ich war hier nur am Grinsen und ließ ihm die Zügel aus meiner Hand kauen, was ihm sichtlich gefiel. Er streckte seinen Kopf soweit wie es nur ging nach vorne. „Wollen wir heute eigentlich einen Galopp wagen?“, fragte ich etwas laut, weil ich es eigentlich nur dachte. Vic spitzte seine Ohren. Wir ritten noch fünf Minuten weiter im Schritt, dann nahm ich die Zügel wieder auf und forderte seine Aufmerksamkeit. Schnell waren wir wieder im Trab angelangt und ich saß aus. Okay, ruhig. „Wir schaffen das!“, sagte ich zu meinem Junghengst. Ich gab die übliche Galopphilfe, die er noch nicht genau kannte. Dabei trieb ich etwas verstärkt mit dem inneren Schenkel, um sein Tempo zu erhören. Voila! Mein Kleiner war im Galopp. War das jetzt Realität oder ein Traum. Schwebe ich auf einer Wolke? Ich verstand nicht wirklich. So viel Glück erwartete ich von heute doch gar nicht. Es war wirklich real! Ich saß tief, um es meinem Vic bequemer zu machen. Er war in einem gleichmäßigen Tempo und war sogar auf der richtigen Hand. Ich lobte ihn ausgiebig und nahm meine Stimme hinzu. Ich wagte mir noch schnell einen Zirkel, um die „Lenkung“ in dieser Gangart zu überprüfen und auch das klappte auf Anhieb. Das Durchparieren war wieder etwas holprig, aber passabel! „Wir müssen es aber noch auf der anderen Hand probieren, Süßer.“, er schnaubte ab und ich sah sogar, dass er etwas schäumte. Erneut strich ich ihm über den Hals und durch seine Mähne. Wir blieben im Trab und ich wechselte die Hand, danach fing alles von vorne an. Was soll ich sagen? Es klappte genauso gut, wenn nicht noch besser. Ich war sau stolz auf meinen Kleinen und parierte so nach drei Runden in den Schritt durch und ließ die Zügel fallen. Ich umarmte den kräftigen Hals von Vic und hätte schreien können vor Freude. Weitere zehn Minuten ritt ihn trocken…
Leider regnete es immer noch und so musste ich zum Stall förmlich rennen, wobei Vic neben mir her trabte. „Pfui, Mistwetter!“, fluchte ich. Sobald wir im Stall waren, schüttelte sich auch Vic ausgiebig und ich bekam alles ab. Na toll! Ich brachte ihn gleich in seine Box, wo ich ihn von seiner Ausrüstung entfernte. „Du hast ja geschwitzt, Hübscher.“, abspritzen war bei diesem Wetter beinahe unmöglich, also legte ich ihm die Abschwitzdecke auf. Noch schnell kratzte ich die Hufe aus und befreite sie so von dem Hallensand. „Jetzt gibt’s Mittag!“, sagte ich und füllte sein Trog mit trockenem Brot, Äpfeln und Möhren. „Lass es dir schmecken.“, sagte ich zum Abschied und strich nochmal über seine Stirn, bis ich die Box hinter mir schloss. Die Hunde lagen immer noch faul im Stroh rum, aber so würden sie wenigstens trocken werden. Schnell schaffte ich Vic’s Zeug weg und bracht Shine seins mit, denn jetzt würde er an der Reihe sein. Also führte mich der nächste Weg zu seiner Box… (zu lesen in Shine's Springausbildung: L auf M)

So, dann ist auch mein kleiner Racker endlich eingeritten. Jetzt kann es wohl losgehen mit der Sportlerkarriere. xD Wäre schön, wenn ihr es in seinem Steckbrief ändern würdet.
Grüßchen.
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Re: Einreiten von Shining Victory

Beitragvon Jordyn » Donnerstag 3. November 2011, 14:56

Sehr schön geschrieben! Vic wird bestimmt ein ganz toller Sportler! Wird eingetragen, dass er jetzt eingeritten ist, hast du vor, ihn komplett selbst auszubilden oder magst du noch einen Ausbilder beschäftigen?

Liebe Grüße,
Jordyn
Tu aus das Licht und dann; tu aus das Licht.
Doch hab ich Dein Licht ausgetan,
Nie find ich den Prometheusfunken wieder,
Dein Licht zu zünden.

William Shakespeare - Othello
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Re: Einreiten von Shining Victory

Beitragvon Sase » Donnerstag 3. November 2011, 15:58

Ich denke ich werde es mal so mal so machen. Also mal mach ich eine Stufe, dann gebe ich ihn vielleicht wieder in Ausbildung. Ich werde das immer spontan entscheiden, denke ich. :)
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