Re: Einreiten von Shining Victory
von Sase » Mittwoch 2. November 2011, 22:49
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„Ring! Ring! Ring!“, dieser blöde Wecker raubte mir mal wieder den Schlaf. Punkt sieben Uhr nahm dieses Ding seine Berufung auf. Ich brummte dumpf und suchte mit meiner Hand nach dem nervigen Geräusch. Mit einer schnellen und heftigen Bewegung schaltete ich ihn aus. „Mach das doofe Ding aus!“, ächzte Jason. Ich musste grinsen. „Er ist doch schon aus.“ – ich schüttelte belustigend mit dem Kopf und strich meinem Mann durch die Haare. Okay, ich war gemein. Er war die Nacht um drei vom Notdienst wiedergekommen, also sollte ich ihn eigentlich in Ruhe lassen. Ich küsste ihn noch sanft auf die Schulter, bevor ich im Badezimmer verschwand. Nach einer kurzen Zeit verließ ich dieses wieder und ging hinunter in die Küche. Komischerweise schlief meine Rasselbande noch, außer Jet, der lunzte schon wieder über den Rand vom Körbchen. „Schlawiner!“, rief ich ihm zu und er begann mit dem Schwanz zu wedeln. Ich kochte eine Kanne Kaffee, damit Jason nachher auch noch was davon hat. Währenddessen machte French Toast, was wir Beide überalles liebten. Ich verspeiste schnell zwei Stück und stellte den Rest in den Kühlschrank. Draußen befestigte ich einen Zettel:
Guten Morgen mein Schatz,
ich bin schon zum Hof gefahren, heute geht es Vic und Shine mal wieder an den Kragen. Kaffee ist in der Thermokanne und im Kühlschrank steht French Toast. Kommst du nachher auch vorbei? Ich habe mir gedacht, dass du mit Capo mit trainierst, wenn ich Shine reite. Wäre das in Ordnung? Ich freue mich auf dich.
Ich liebe dich. Kuss. ♥
Sase.
Ich zog mich regenfest an, also streifte ich mir meinen Regenmantel über. Draußen schiffte es ohne Ende, obwohl auch die Sonne schien. Die Weite eines endlosen Regenbogens ruft! Ich griff mir die Leine und auf einmal standen meine noch so „müden“ Hunde vor mir. Ich klinkte jeden einzeln ein und verließ das Haus. Es dauerte nicht lang und wir waren auf dem geliebten Hof angekommen…
Sobald meine Hunde von den Leinen waren, rannte Nicci vor. Wohin wohl? Zum See und leider machten es ihr Keaton und Jet nach. Verdammt, da wartet wieder Wascharbeit auf mich. Ich ging jedenfalls schnell und mit flotten Schritten zum Stall, um meinen Junghengst zu holen. Schnell war ich bei seiner Box und schüttelte den Regen von mir. Vic erschrak und schnaubte danach wütend. „Hey Großer, ist doch gut. Ich war’s nur. Ich bin auch nicht sauer, wenn du dich schüttelst.“, ich musste lachen und betrat die Box von ihm. Zur Begrüßung bekam er ein Stückchen Möhre, was sofort verschwunden war. „Wo ist es denn hin?“, fragte ich ironisch und wuschelte durch seinen Schopf. Ich halfterte ihn auf und band ihn vor seiner Box an. Komisch, bei dem Wetter war der Hof immer wie leer gefegt. „Heute ist deine letzte Lektion, Großer.“, Vic schüttelte mit dem Kopf. Ich grinste. Auf einmal kamen Nicci, Keaton und Jet um die Ecke geschossen. „Hey, langsam!“, sagte ich und hob abwehrend die Hände. Sie hechelten und waren von oben bis unten klitschnass, deswegen dauerte es auch nicht lange und alle drei machten es sich im Stroh bequem. In der Zeit hatte ich das Putz- und Sattelzeug geholt und war dabei meinen Hengst zu säubern. Ausnahmsweise ging es mal, denn in letzter Zeit war er nicht so oft auf der Koppel, wegen dem Wetter. Also musste ich nur Staub und viel Stroh entfernen. Jedenfalls hatte er in den Hufen Haferkörner. „Wie hast du das denn fertig gebracht oder haben die Angestellten gekleckert?“, er schaute mich unschuldig an. Jedenfalls war auch schnell diese Arbeit erledigt und ich kann ihn satteln und auftrensen. Diese eigentlich „neue“ Sache klappte schon ab der zweiten Stunde an und heute hatte er gar keine Probleme mehr. Diese ungewohnten störenden Dinge, namens Sattel und Trensen, schien er akzeptiert zu haben. Trotzdem lobte ich ihn nochmal ausgiebig und gab ihm eine kleine Hand voll Hafer. Dann schnappte ich meinen Helm und Vic’s Zügel und machte mich auf dem Weg zur Dressurhalle.
Diesmal wollte ich ihn nicht noch einmal herumführen, sondern mitten ins wahre Leben schleudern. Ich führte ihn zur Mitte von der Halle und wollte diesmal ohne Hilfsmittel aufsteigen. Vorher ließ ich die Steigbügel nach unten und gurtete noch ein Loch nach. Ich stellte meinen linken Fuß in den Steigbügel und schwang mich auf seinen Rücken. „Wow!“, sagte ich erstaunt. Ich hätte nicht gedacht, dass er so ruhig stehen bleiben würde. Schnell lobte ich ihn ausgiebig, indem ich über seinen Hals strich. „Dann mal los!“, denn jetzt war volle Konzentration gefragt. Ich gab die Zügel etwas nach und zeigte ihm die Hilfe zum Anschreiten. Zügig und folgsam lief mein Kleiner nach vorne. Ich lobte ihn, trotzdem zügelte ich das Tempo etwas mit kleinen halben Paraden. Er horchte aufmerksam und verlangsamte seinen Schritt. Von Anfang an wiederholte ich alle Hufschlagfiguren, die wir schon geritten sind: Zirkel, Wechsel, Volten. Er schien es nicht vergessen zu haben und ich musste sagen, dass ich echt stolz auf meinen Vic bin. „Du hast viel von deinem Papa.“, sagte ich und streichelte ihn erneut. Fast eine Viertelstunde ritten wir so in der Bahn hin und her, aber es tat ihm gut, denn er hatte sich komplett mein Gewicht gewöhnt. Ich wollte traben – ich hielt die vorsichtig und tippte in seinen Bauch. Diesmal sprang er sofort um, ohne zu zucken! Sofort lobte ich und gab die Zügel nach, um ihn Freiheit zu gewährleisten. Ich trabte leicht und merkte, dass er sehr fein auf Hilfen reagieren würde und er hat einen viel bequemeren Trab als sein Vater, das ist wohl von der Mama. In die Kurven gab ich immer mal wieder innen nach, damit er sich schön bog und in eine gerade Linie kommt. Dafür ritt ich viele Volten und Schlagenlinien, dabei nutzte ich immer meine Schenkel, um ihn die Kurven zu erleichtern. Er nahm meine Hilfe gut auf und setzte so die Hufschlagfiguren im Trab gut um – ich lobte ihn. Wir ritten einige Zeit so weiter, manchmal versuchte ich das Tempo zu verlangsamen oder zu verschnellern. Ich muss sagen, dass es klappte, obwohl natürlich alles verbesserungswürdig ist. Aber der kleine Große ist ja noch in der Ausbildung, also. Er wird eh mehr der Springer, das merkte ich jetzt schon. Nach weiteren fünfzehn Minuten saß ich tief in den Sattel ein und parierte ihn durch. Etwas holprig, aber dafür sehr genau mit den Hilfen. Ich war hier nur am Grinsen und ließ ihm die Zügel aus meiner Hand kauen, was ihm sichtlich gefiel. Er streckte seinen Kopf soweit wie es nur ging nach vorne. „Wollen wir heute eigentlich einen Galopp wagen?“, fragte ich etwas laut, weil ich es eigentlich nur dachte. Vic spitzte seine Ohren. Wir ritten noch fünf Minuten weiter im Schritt, dann nahm ich die Zügel wieder auf und forderte seine Aufmerksamkeit. Schnell waren wir wieder im Trab angelangt und ich saß aus. Okay, ruhig. „Wir schaffen das!“, sagte ich zu meinem Junghengst. Ich gab die übliche Galopphilfe, die er noch nicht genau kannte. Dabei trieb ich etwas verstärkt mit dem inneren Schenkel, um sein Tempo zu erhören. Voila! Mein Kleiner war im Galopp. War das jetzt Realität oder ein Traum. Schwebe ich auf einer Wolke? Ich verstand nicht wirklich. So viel Glück erwartete ich von heute doch gar nicht. Es war wirklich real! Ich saß tief, um es meinem Vic bequemer zu machen. Er war in einem gleichmäßigen Tempo und war sogar auf der richtigen Hand. Ich lobte ihn ausgiebig und nahm meine Stimme hinzu. Ich wagte mir noch schnell einen Zirkel, um die „Lenkung“ in dieser Gangart zu überprüfen und auch das klappte auf Anhieb. Das Durchparieren war wieder etwas holprig, aber passabel! „Wir müssen es aber noch auf der anderen Hand probieren, Süßer.“, er schnaubte ab und ich sah sogar, dass er etwas schäumte. Erneut strich ich ihm über den Hals und durch seine Mähne. Wir blieben im Trab und ich wechselte die Hand, danach fing alles von vorne an. Was soll ich sagen? Es klappte genauso gut, wenn nicht noch besser. Ich war sau stolz auf meinen Kleinen und parierte so nach drei Runden in den Schritt durch und ließ die Zügel fallen. Ich umarmte den kräftigen Hals von Vic und hätte schreien können vor Freude. Weitere zehn Minuten ritt ihn trocken…
Leider regnete es immer noch und so musste ich zum Stall förmlich rennen, wobei Vic neben mir her trabte. „Pfui, Mistwetter!“, fluchte ich. Sobald wir im Stall waren, schüttelte sich auch Vic ausgiebig und ich bekam alles ab. Na toll! Ich brachte ihn gleich in seine Box, wo ich ihn von seiner Ausrüstung entfernte. „Du hast ja geschwitzt, Hübscher.“, abspritzen war bei diesem Wetter beinahe unmöglich, also legte ich ihm die Abschwitzdecke auf. Noch schnell kratzte ich die Hufe aus und befreite sie so von dem Hallensand. „Jetzt gibt’s Mittag!“, sagte ich und füllte sein Trog mit trockenem Brot, Äpfeln und Möhren. „Lass es dir schmecken.“, sagte ich zum Abschied und strich nochmal über seine Stirn, bis ich die Box hinter mir schloss. Die Hunde lagen immer noch faul im Stroh rum, aber so würden sie wenigstens trocken werden. Schnell schaffte ich Vic’s Zeug weg und bracht Shine seins mit, denn jetzt würde er an der Reihe sein. Also führte mich der nächste Weg zu seiner Box… (zu lesen in Shine's Springausbildung: L auf M)
So, dann ist auch mein kleiner Racker endlich eingeritten. Jetzt kann es wohl losgehen mit der Sportlerkarriere. xD Wäre schön, wenn ihr es in seinem Steckbrief ändern würdet.
Grüßchen.
