Erschrocken schaute ich auf die Uhr. Ich musste unbedingt los. Also zog ich schnell meine Stiefel an und rannte dann die Treppe runter. Ich stieg ins Auto und brauste los.
Auf Pandora stieg ich aus und schaute mich nach meiner neuen Reitschülerin Madison um. Ich konnte noch niemanden sehen und schlenderte erstmal zum Putzplatz. "Hallo sind Sie die Reitlehrerin?", fragte mich plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um. "Ja die bin ich. Und ich nehme an, dass du Madison bist. Du kannst auch übrigens gerne Du zu mir sagen", antwortete ich. "Genau ich bin Madison." "Ok und du willst dich also Springtechnisch verbessern?", fragte ich nun. "Naja eigentlich kann ich ja super reiten und natürlich auch super springen aber mein Daddy hat gesagt, ich soll mal ein paar Stunden nehmen, weil es beim letzten Turnier nicht so gelaufen ist", sagte sie. "Und bitte geben sie mir nicht so einen alten Gaul von Reitschulpferd. Ich bin schließlich besseres gewohnt", fügte Madison noch hinzu. NA das konnte ja lustig werden, wenn es schon so anfing. "Ähm ok. Ich denke ich hab da ein Pferd, mit dem du sicherlich super gut klar kommst", sagte ich und musste mir ein Lachen verkneifen. "Warte hier ich hol sie dir aus der Box", sagte ich und lief in Richtung Stall.
"Darf ich dir vorstellen, dass ist Mirabelle", sagte ich, als ich wieder neben Madison stand und deutete auf die braune Stute neben mir. "Aha", sagte Madison nur und lächelte etwas abschätzig. Mirabelle war das geborene Springpferd, aber sie wurde auch gerne mal zickig, wenn ihr Reiter keine ordentlichen HIlfen gab. Mirabelle war schnell geputzt und ich hatte in der zwischenzeit Sattel, Trense und Gamaschen ausfindig gemacht. "Sattelst du sie bitte", sagte ich zu Madison, die das Sattelzeug nur anstarrte. "Ich dachte dafür wärst du zuständig? Schon schlimm genug, dass ich putzen muss aber jetzt soll ich auch noch satteln?", sagte sie und schaute mcih an, als würde ich von ihr verlangen, eine Sprungrolle übers Pferd zu machen. "Du kannst es auch gerne sein lassen und wieder nach Hause fahren, wenn es dir nicht passt, aber bei mir machen die Reitschüler das selber", antwortete ich nur. Dieses Mädchen konnte einen echt in den Wahnsinn treiben. Mürrisch sattelte und trenste sie Mirabelle. "Wie hoch bist du denn bisher gesprungen?", fragte ich Madison nun. "Bis jetzt immer nur bis 1,20m, obwohl ich natürlich viel mehr drauf habe." "Aha und welcher Höhe bist du deiner Meinung nach gewachsen?", fragte ich. "Naja bestimmt 1,30m, wenn nciht sogar 1,40." Ich schaute sie stirnrunzelnd an, antwortete aber nicht.
In der Halle angekommen baute ich erstmal zwei kleine etwa 50cm hohe Kreuze auf. Ich wollte erstmal sehen, wie sie überhaupt die Hindernisse anritt. Madison durfte Mirabelle inzwischen im Schritt und Trab schon ein bisschen aufwärmen. Als ich fertig war. übernahm ich jedoch das Kommando, wo lang Madison Mirabelle am besten lenken sollte. Nachdem ich Madisons Haltung ausgiebig korigiert hatte, versuchte sie offensichtlich keine weiteren Fehler zu machen. Nachdem Mirabelle aufgewärmt war sagte ich:"Ok du galoppierst jetzt bitte an und springst über dieses Kreuz." Madison nickte nur und schaute das kleine Kreuz abfällig an. Dann galoppierte sie an. Mirabelle galoppierte in einem enormen Tempo los und raste auf das KReuz zu. Madison machte keine Anstallten die Stute zurück zu nehmen. Bevor ich etwas sagen konnte machte Mirabele schon einen riesigen Satz, der Madison ganz schön ins schwanken brachte. Nach dem Sprung rannte Mirabelle einfach im vollen Galopp weiter duch die Halle und ignorierte alle vergeblichen Versuche von Madison das Tempo zu verlangsamen. "Madison jetzt setz dich endlich mal mit dem Hintern in den Sattel und halt die Beine ruhig. Und nimm die Zügel auf, die hängen runter wie Fahrseile!", rief ich Madison zu. Mit großer Anstrengung schaffte Madison es endlich nach zwei großen Runden die Stute zum Stehen zu bringen. "Was haben sie mir denn da für ein unfähiges Pferd gegeben. Die Stute hat wahrscheinlich noch nie einen Sprung gesehen und sie setzen mich auf dieses unerfahrene Pferd, das unempfimdlich gegenüber jeglichen Hilfen ist", schimpfte sie los, sobald Mirabelle angehalten hatte. "Momentmal. Mirabelle ist ein super Springpferd, das erfolgreich bei Turnieren der Klasse S* startet und zudem von zwei top Springpferden abstammt. Hättest du MIrabelle gezweigt, dass du das Sagen hast und hättest du sie nicht so losrennen lassen, würde sie auch hören. Außerdem könntest du wesentlich sauberere Hilfen geben", unterbracht ich Madison, die nun ziemlich verunsichert aussah. "Du machst das jetzt gleich nochmal und ich will, dass du Zügelkontakt hältst, dass du saubere Hilfen gibst, dass du den Absprung bestimmst und vor allem, dass du die Kontrolle behältst", sagte ich. Madison nickte nur und ritt wieder an. Der wilde Galopp durch die Halle hatte ihr wohl einen ordentlichen Schreck eingejagt. Madison galoppierte an und ritt gerade auf den Sprung zu. Diesmal gab sich Madison deutlich mehr Mühe und Mirabelle sprang ordentlich über den Sprung. Zwar war die HIlfengebng immernoch alles andere als fein, aber sie war deutlich besser geworden. "Das war doch schonmal besser. Und jetzt das andere Kreuz."
Einige Sprünge später benahm Mirabelle sich vorbildlich und Madison hatte ihren Stil deutlich verbessert. Dan baute ich ihr einen kleinen Steilsprung auf. "Ok du nimmst jetzt bitte mal diesen Steilsprung und ich will sehen, dass du MIrabelle FEINE Hilfen gibst und ihr nicht an den Zügeln zerrst und ihr die Hacken in den Bauch haust", sagte ich. "Wenn sie nun mal anders nicht hört", maulte Madison los. "Mirabelle hört auch bei feinen Hilfen sehr gut. Wenn du ordentlich reitest dann hört sie auch auf dich", antwortete ich nur. Madison schaute etwas grimmig, schien sich aber nicht zu trauen mir zu widersprechen. also galoppierte sie an und gab sich sichtlich Mühe feine Hilfen zu geben. Und wie durch ein Wunder war Mirabelle auf einmal sehr viel aufmerksamer und arbeitete besser mit. Der Sprung passte gut und die zwei flogen darüber hinweg. "Siehst du mit ordentlichen Hilfen klappt es doch", sagte ich. Madison blieb ncihts übrig, außer mir zuzustimmen, auch wenn sie offenbar nicht gern zugab, dass sie doch nicht so super ritt.
Zahlreiche einzelne Sprünge später, hatte MAdison sich schon an die feinere Hilfengebung gewöhnt und sie und MIrabelle harmonierten wesentlich besser zusammen, als am Anfang. "Ich würde sagen das reicht für heute. Reite sie noch trocken und dann reicht es", sagte ich zu Madison. Sie ließ die Zügel länger und ich räumte die Hindernisse weg. Dann saß sie ab und wir gingen zusammen zum Putzplatz. Madison sattelte Mirabelle mit etwas gemecker ab und ich konnte sie sogar dazu bringen ochmal über das Fell zu putzen. Dann war Madisons Gutmütigkeit ausgereizt und sie brachte MIrabelle nur unter Protest auch noch auf die Weide. "Bis zum nächsten Mal", sagte sie nur und rauschte dann davon. Ich atmete tief durch und schüttelte den Kopf. Da hatte ichh noch ein Stück arbeit vo mir.
