Erste Annäherung
Heute sollte ich meine neuen Reitschülerin Tina kennenlernen. Ich hatte gehört, dass sie nach einem schweren Unfall Angst vorm Reiten bekommen hatte. Ich sollte sie nun wieder an Pferde und Hindernisse gewöhnen.
Ich hatte mich für um 2 mit ihr verabredet und sie kam pünktlich. Tina war etwa 1,60m groß und brünett. "Hallo, bist du Tina?", begrüßte ich sie. "Ja bin ich. Und Sie sind Lara?" "Ja die bin ich. Aber du kannst ruhig Du zu mir sagen." "Ok", antwortete sie und lächelte mich an. "Ich habe gehört, dass du wieder in den Reitsport einsteigen willst. Darf ich fragen warum du überhaupt aufgehört hast?", fragte ich Tina. "Naja ich hatte vor einiger Zeit einen schweren Unfall bei einem Springturnier. Ich sprang mit meinem damaligem Pferd. Er verweigerte den letzten Sprung. Ich konnte mich gerade noch so halten. Dann began er zu buckeln. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr halten und fiel runter. Ich krachte vor ein Hindernis und brach mir mein Becken. Seitdem habe ich richtige Angst vor Pferden und besonders vorm Springen." Ich war erstaunt über ihre Offenheit und das schon bei der ersten Begegnung. "Das tut mir echt Leid für dich. Aber ich denke wir bekommen das zusammen in den Griff", antwortete ich und lächelte sie aufmunternt an. Zusammen gingen wir zum Roundpen und ich erzählte ihr ein bisschen über das Pferd, welches ich für sie ausgesucht hatte. "Poker ist das liebste Pferd auf dem ganzen Hof und würde nie Buckeln. Er ist die Ruhe selbst und wurde sogar mal als Therapiepferd eingesetzt." Tina lächelte nicht sehr überzeugt.
Ich hatte Poker schon vorher in den Roundpen gebracht und als wir dort ankamen suchte er den Boden gerade nach Futter ab. "Tina ich darf vorstellen: Das ist Poker." Der Wallach schaute interessiert in unsere Richtung. Tina musterte den Süßen kritisch und blieb auf Abstand. "Keine Sorge, er ist echt eine Lebensversicherung.", beruhigte ich sie. "Willst du ihm ein Leckerlie geben?" Tina nahm das Leckerlie und hielt es etwas befangen durch den Zaun. Poker kam langsam auf uns zugetrottet und nahm das Leckerchen vorsichtig mit seinen Lippen von ihrer Hand. Tina fütterte ihm noch eine Karotte und einen halben Apfel, bis sie sich traute ihn zu streicheln. Ganz andächtig stand er da, als sie ihm langsam über die Stirn fuhr. Ich bermerkte, wie sie dabei lächelte. Die zwei schienen sich zu verstehen. Nach dem sie ihn noch einige Minuten gestreichelt hatte, fragte ich: "Wollen wir mal zu ihm rein?" Etwas skeptisch stimmte sie zu. Wir betraten den Roundpen und Tina schien wieder unsicher zu werden. Ich ließ sie Poker wieder mir einer Karotte anlocken. Sie streichelte ihn sofort wieder und schien zu vergessen, dass sie kein Zaun mehr trennte. Poker genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. "Willst du ihn mal eine Runde führen?", fragte ich sie. "Hm... ja ok", stimmte sie schließlich zu. Ich holte einen Führstrick und hakte ihn ein. Dann übergab ich Tina den Führstrick. Bei den ersten Runden lief ich neben ihnen her, doch dann ließ ich sie alleine laufen. Tina schien den Kontakt mit ihm zu genießen. "Wollen wir ihn vielleicht mal putzen?", fragte ich nun. Tina überlegte lange, bis sie zustimmte. Sie führte poker zum Putzplatz und ich lief zur Sicherheit nebenher. Dort angekommen band sie ihn an und wir holten dann gemeinsam Putzzeug. Ich bemerkte, wie viel Erfahrung sie mit Pferden haben musste. Bald war sein Fell blitzblank. Schweif und Hufe machte ich, während sie die Mähne kämmte. Tinas ganze scheu vor Pferden schien verschwunden. "Das macht echt mal wieder Spaß", sagte sie und lächelte. "Das freut mich. Aber ich denke das reicht für heute oder?" Tina stimmte mir zu und dann brachten wir Poker gemeinsam auf die Weide. Er blieb noch kurz am Zaun stehen, bevor er davon trottete. "Er ist echt das liebste Pferd, dass ich kenne", sagte Tina und sah ihm hinterher.
Dann gingen wir zurück zum Hof. Tina war ganz wild auf einen neuen Termin und wir vereinbarten gleich einen neuen. Dann verabschiedeten wir uns und sie fuhr wieder nach Hause.
